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   14. Januar 2019

László Krasznahorkai

Baron Wenckheims Rückkehr

3* lesenswert

 

Zwiespältige Parabel

László Krasznahorkai, ein Meister der Apokalypse, gehört zu den bedeutendsten ungarischen Schriftstellern der Gegenwart. Sein jüngster Roman «Baron Wenckheims Rückkehr» bedeute eine Wende in seinem bisher «melancholischen und resignativen Werk», wie er im Interview erklärt hat, er sei sein erster humorvoller Roman. Der vor allem im englischen Sprachraum ... [weiterlesen]

   8. Januar 2019

Annie Ernaux

Erinnerung eines Mädchens

1* miserabel

 

Weder Fisch noch Fleisch

Die in Frankreich als literarische Legende geltenden Annie Ernaux hat mit «Erinnerung eines Mädchens» ihrem überwiegend autobiografischen Œuvre jetzt auch noch die Geschichte ihrer sexuellen Initiation hinzugefügt. Mit der Verarbeitung ihres Lebens hat sie ihr ureigenes Sujet gefunden, in ihrer spezifischen Gedächtnisliteratur verschmelzen Individuelles und Kollektives ... [weiterlesen]

   4. Januar 2019

Gianluigi Melega

Von den fortschreitenden Übertretungen

4* erfreulich

 

Homer-Komplex

Der Roman «Il maggiore Aebi» des italienischen Schriftstellers Gianluigi Melega ist 1997 mit dem bandwurmartigen Titel «Von den fortschreitenden Übertretungen des Major Aebi» auch in Deutschland erschienen. Mit Übertretungen sind sexuelle Grenzüberschreitungen eines pathologischen Lüstlings gemeint, ein Sujet mithin, für das der Marquis de Sade hier einige Motive ... [weiterlesen]

   31. Dezember 2018

Antoine de Saint-Exupéry

Der kleine Prinz

5* erstklassig

 

Wenn lesen glücklich macht

Der Erfolg der 1943 veröffentlichten Erzählung «Der kleine Prinz» hat dem französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry einen immensen literarischen Ruhm eingetragen. Keines seiner anderen Werke war auch nur annähernd so erfolgreich, er hat damit einen zeitlosen Weltbestseller geschrieben. Die gesamte Auflage des in mehr als 270 Sprachen ... [weiterlesen]

   30. Dezember 2018

Monika Maron

Animal triste

3* lesenswert

 

Ohne Liebe kein Leben

Aus dem Œuvre der Schriftstellerin Monika Maron ist insbesondere der Roman «Animal triste» von 1996 bekannt geworden, nicht zuletzt durch konträre Besprechungen im Feuilleton, dem aber eine fast einmütig positive Beurteilung durch die Leserschaft entgegensteht. Zwei Wörter aus jenem - keinem der üblichen Verdächtigen zuzuordnenden und häufig in abgewandelter Form ... [weiterlesen]

   24. Dezember 2018

Don DeLillo

Unterwelt

4* erfreulich

 

Ein Kanon-Roman

Mit dem berühmten «Schuss, der um die ganze Welt zu hören war» beginnt das Opus magnum des US-amerikanischen Schriftstellers Don DeLillo, der mit seinem umfangreichen Œuvre alle Jahre wieder auch als Kandidat für den Nobelpreis im Gespräch ist. Auf fast tausend Seiten breitet dieser üppige, postmoderne Roman mit dem Titel «Unterwelt» ein fulminantes Panorama  ... [weiterlesen]

   12. Dezember 2018

Wolf Wondratschek

Selbstbild mit russischem Klavier

3* lesenswert

 

Elegischer Musikerroman

Wolf Wondratschek, erfolgreicher Lyriker und Enfant terrible der deutschen Literaturszene, hat mit seinem neuen Roman «Selbstbild mit russischem Klavier» eine Hommage an die Musik vorgelegt, wie sie eindrücklicher kaum je geschrieben wurde. Sein Image als Störenfried rührt einerseits her von seiner radikalen Opposition herkömmlicher Literatur gegenüber, andererseits ... [weiterlesen]

   10. Dezember 2018

Thomas Hürlimann

Heimkehr

3* lesenswert

 

Parodistische Odyssee

Unter dem Titel «Heimkehr» ist nach neun Jahren wieder ein Roman des Schweizer Schriftstellers Thomas Hürlimann erschienen, ein turbulenter Schelmenroman diesmal mit dem Hauptmotiv «Cherchez la femme». Dass darin viel Autobiografisches verarbeitet ist, deutet der am 21. Dezember 1950 geborene Autor verschmitzt schon damit an, dass er auch ... [weiterlesen]

   6. Dezember 2018

Gianna Molinari

Hier ist noch alles möglich

3* lesenswert

 

Surrealer Eskapismus

Der Debütroman von Gianna Molinari mit dem Titel «Hier ist noch alles möglich» benutzt den Wolf als Symbol, - derzeit übrigens häufiger anzutreffen in deutschen Romanen -, er ist ein markantes Leitmotiv für die Verkörperung des freien, ungebändigten Lebens, wie es ähnlich zum Beispiel auch in Schimmelpfennigs Roman «An einem klaren, eiskalten Januarmorgen» verwendet ... [weiterlesen]

   3. Dezember 2018

David Foster Wallace

Unendlicher Spaß

5* erstklassig

 

Auf dem Weg zum besseren Menschen

Im exklusiven Club der literarischen Überflieger ist David Foster Wallace mit seinem 1996 veröffentlichten Opus magnum «Unendlicher Spaß» das einzige US-amerikanische Mitglied. Er gilt als der innovativste postmoderne Schriftsteller, und sein voluminöser Roman, ein intellektuell solitäres Werk der englischsprachigen Belletristik, gilt als Meilenstein, Maßstäbe setzend ... [weiterlesen]

   2. Dezember 2018

Antonia Susan Byatt

Besessen

5* erstklassig

 

Die Literatur im Fokus

Der literarische Durchbruch gelang der britischen Schriftstellerin Antonia Susan Byatt durch ihren Roman «Besessen», er wurde 1990 mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet und avancierte schnell zum Bestseller im englischsprachigen Buchmarkt. Drei Jahre später erschien er in deutscher Übersetzung, und damit erschien überhaupt erstmals ein Roman dieser bis dato ... [weiterlesen]

   27. November 2018

Ottessa Moshfegh

Mein Jahr der Ruhe und Entspannung

1* miserabel

 

9/11 als Katharsis

Der dritte Roman von Ottessa Moshfegh, die von der US-amerikanischen Literaturszene als Shootingstar gefeiert wird, verrät schon im Titel sein Thema: «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung». Es geht darin um eine schlafsüchtige, emotional gestörte Frau, ihre Protagonistin  solle dem geläufigen Bild der Frau als Opfer die Figur einer Angst ...[weiterlesen]

   23. November 2018

Jack Kerouac

Unterwegs

3* lesenswert

 

Ein Kultroman

Als bedeutendster Vertreter der «Beat-Generation» hat Jack Kerouac mit seinem 1957 veröffentlichten Roman «Unterwegs» das wichtigste Werk jener neuen, Ende des Zweiten Weltkrieg der «Lost Generation» nachfolgenden, literarischen Strömung geschaffen. «On the Road», wie der schon 1951 entstandene Text im Original heißt, mit dem ihm dann auch sein literarischer  ...[weiterlesen]

   18. November 2018

Ursula Krechel

Geisterbahn

4* erfreulich

 

Die Kirmeswelt als Antithese

Nach sechs Jahren ist von Ursula Krechel, deren vielseitiges Œuvre neben Lyrik und Dramatik eben auch Epik beinhaltet, wieder ein Roman erschienen, dessen metaphorischer Titel «Geisterbahn» den Inhalt sehr treffend umreißt. Es geht darin, genau wie in ihren letzten beiden Romanen, um Täter und Opfer, um ...[weiterlesen]

   9. November 2018

Inger-Maria Mahlke

Archipel

1* miserabel

 

Keine archäologische Grabung

Nach ihrer Shortlist-Nominierung 2015 hat Inger-Maria Mahlke dieses Jahr mit «Archipel» den Deutschen Buchpreis gewonnen, das vor knapp drei Monaten veröffentlichte Buch wurde jedoch vom Feuilleton überwiegend kritisch und von der Leserschaft sehr eindeutig ablehnend beurteilt. «Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem  ...[weiterlesen]

   6. November 2018

Graham Swift

Ein Festtag

4* erfreulich

 

Elegant und federleicht

Ist der Roman «Ein Festtag» von Graham Swift auch ein Festtag für den Leser? Mehr als einen Tag nämlich wird er kaum brauchen, um diesen internationalen Bestseller mit seinen 142 Seiten zu lesen, in dem es, wie so oft bei diesem englischen Schriftsteller, um die Erinnerung als literarisches Faszinosum geht. Was da alles in die wenigen Buchseiten hineingepackt  ...[weiterlesen]

   4. November 2018

Eckhart Nickel

Hysteria

1* miserabel

 

Nicht mal «Die Grünen»

Für Auszüge aus seinem Romanprojekt «Hysteria» wurde Eckhart Nickel schon beim Bachmannpreis 2017 in Klagenfurt ausgezeichnet, inzwischen ist das Werk auf die Shortlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises gewählt worden. Damit hat die Jury erneut viel Mut bewiesen - und deutlich am Publikumsgeschmack vorbei entschieden, vermute ich mal. Es sei denn, die   ...[weiterlesen]

   30. Oktober 2018

Nino Haratischwili

Die Katze und der General

3* lesenswert

 

Eine tschetschenische Tragödie

Die in Tiflis geborene und heute in Hamburg lebende Dramatikerin, Regisseurin und Schriftstellerin Nino Haratischwili ist mit ihrem neuen Roman auf die Shortlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises gewählt worden, ein schöner Erfolg für die 35jährige Autorin. Geprägt ist ihr Roman von einer schier unbändigen Erzähllust, deren Niederschlag sich in einem  ...[weiterlesen]

   25. Oktober 2018

Ingo Schulze

Peter Holtz

3* lesenswert

 

Mit ungutem Beigeschmack

Glück und Wende sind die Themen in Ingo Schulzes Schelmenroman «Peter Holtz», der seine Leserschaft mindestens ebenso polarisiert hat wie die zwei deutschen Staaten, die sich einst ideologisch unversöhnlich gegenüberstanden. Darf man das viele Leid, welches der Unrechtsstaat DDR über sein Volk gebracht hat, - nicht nur die Mauertoten, sondern auch ...[weiterlesen]

   22. Oktober 2018

Josef Oberhollenzer

Sültzrather

5* erstklassig

 

Glücksfall

Nachträglich «Chapeau» für die Jury des diesjährigen Deutschen Buchpreises, die sich getraut hat, das neue Buch «Sültzrather» von Josef Oberhollenzer wenigstens auf ihre Longlist zu wählen. Nun ist ein Platz unter den letzen Zwanzig zwar nicht gerade ein literarischer Ritterschlag, aber sieht man sich die weichgespülten, leicht konsumierbaren und damit ...[weiterlesen]

   19. Oktober 2018

María Cecilia Barbetta

Nachtleuchten

2* mäßig

 

Bombastisch

Die in Buenos Aires geborene deutschsprachige Schriftstellerin María Cecilia Barbetta hat mit «Nachtleuchten» ihren zweiten Roman veröffentlicht, er wurde vom Feuilleton wohlwollend aufgenommen und auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018 gewählt. Seit ihrem 24ten Lebensjahr in Berlin lebend hat die Autorin quasi einen argentinischen ... [weiterlesen]

 

 

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Letzte Bearbeitung am 15.01.2019