Neu gelesen Autoren Buchtitel Auswahl Anhang

 

Neue Rezensionen

©

Weiter zur Rezension auf den Buchtitel ,

zum Verlag auf das Buchcover klicken!

 

   16. September 2018

Michael Köhlmeier - Bruder und Schwester LenobelMichael Köhlmeier

Bruder und Schwester Lenobel

3* lesenswert

 

Narrativ überfrachtet

Mit seiner Fabulierkunst ist Michael Köhlmeier ein Solitär unter den profilierten Schriftstellern Österreichs, sein neuer Roman «Bruder und Schwester Lenobel» ist ein weiteres Schwergewicht in seinem beeindruckenden, äußerst vielseitigem Œuvre. Seine großen Themen Leben, Liebe, Tod dienen erzählerisch auch hier wieder dem Versuch einer ... [weiterlesen]

   8. September 2018

Josef Haslinger

Opernball

4* erfreulich

 

Ein Möglichkeitsraum wird Realität

Geradezu prophetisch hat der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger in seinem 1995 erschienenen Roman «Opernball» beschrieben, was nun tagesaktuell von den Medien als bittere Realität verkündet wird, das beängstige Erstarken eines nationalistisch verblendeten, gewaltbereiten Mobs, dem der Staat auf der Straße fast hilflos gegenüber steht wie jetzt ... [weiterlesen]

   5. September 2018

Jane Gardam

Letzte Freunde

2* mäßig

 

Vom Kommen und Gehen

Wie die anderen beiden ist auch der letzte Band der Romantrilogie von Jane Gardam mit dem Titel «Letzte Freunde», 2016 auf Deutsch erschienen, völlig eigenständig zu lesen, ohne Cliffhanger also. Mit großem Geschick nämlich hat die Grande Dame der englischen Belletristik ihren üppigen Erzählstoff um die beiden Erfolgsjuristen und die Frau, die zwischen ihnen steht, aus den ... [weiterlesen]

   31. August 2018

Rachel Cusk

Kudos

4* erfreulich

 

Selbstoffenbarungen

Der englischen Schriftstellerin Rachel Cusk, die 1993 ihren ersten Roman veröffentlicht hat, ist der literarischer Durchbruch erst recht spät mit einer Romantrilogie gelungen, deren letzter, völlig eigenständig lesbarer Band «Kudos» jetzt auf Deutsch vorliegt, sie gilt damit auch hierzulande als innovative literarische Entdeckung. Gemeinsam ist diesen stark ... [weiterlesen]

   28. August 2018

Wilhelm Genazino

Bei Regen im Saal

3* lesenswert

 

Die Romanhaftigkeit des Lebens

Das Markenzeichen des Büchner-Preisträgers Wilhelm Genazino ist ‹der gedehnten Blick›, den er in seinem gleichnamigen Essay konkret beschrieben hat und der auch den Roman «Bei Regen im Saal» prägt. Gemeint ist damit eine zeitlich gedehnte, intensive Wahrnehmung auch kleinster, banaler Details des Alltags. Erst bei längerer Betrachtung erschließe ... [weiterlesen]

   27.August 2018

Robert Prosser

Phantome

2* mäßig

 

Titos Erben

Mit den ethnisch-religiösen Säuberungen im Verlauf des unsäglichen Jugoslawienkriegs hat sich der österreichische Schriftsteller Robert Prosser an ein Thema gewagt, das literarisch bisher kaum beachtet wurde. «Phantome» lautet der kryptische Titel seines Romans. Es sind jedoch keine Trugbilder, die da thematisiert werden, sondern die inzwischen fast vergessenen Gräuel ... [weiterlesen]

   23. August 2019

Castle Freeman

Auf die sanfte Tour

3* lesenswert

 

Ein Pageturner

Mit «Auf die sanfte Tour» ist im vergangenen Jahr der zweite Roman von Castle Freeman auf Deutsch erschienen, auch hier bildet der US-Staat Vermont die Kulisse für das Geschehen. Der seit mehr als vier Jahrzehnten dort ansässige Schriftsteller fand in der von Ahornwäldern geprägten Landschaft und insbesondere in ihrer provinziellen Bevölkerung sein literarisches Thema ... [weiterlesen]

   21. August 2018

Anna Weidenholzer

Weshalb die Herren Seesterne tragen

1* miserabel

 

Die Angst vor dem Nichts

Schon der kryptische Titel «Weshalb die Herren Seesterne tragen» von Anna Weidenholzers zweitem Roman weist auf eine seltsame Geschichte hin, die junge österreichische Autorin thematisiert darin nämlich die Idee vom «Bruttonationalglück». Mit der im asiatischen Königreich Bhutan entwickelten Methode zur Messung des Lebensstandards wird nicht ... [weiterlesen]

   16. August 2018

John Steinbeck

Früchte des Zorns

4* erfreulich

 

Mit sozialem Scharfsinn

Aus dem Werk des US-amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck hebt sich der sozialkritische Roman «Früchte des Zorns» von 1939 auch heute noch besonders hervor. Er hat damit den Arbeitsmigranten in der Zeit der Großen Depression allgemein und den verächtlich als «Okies» bezeichneten, entwurzelten Wanderarbeitern aus Oklahoma, die damals ... [weiterlesen]

   8. August 2018

James Salter

Alles, was ist

2* mäßig

 

Allenfalls Tütensuppe

Mit «Alles, was ist» hat der damals 88jährige US-amerikanische Schriftsteller James Salter nach 34jähriger Romanabstinenz 2013 seinen letzten Roman veröffentlicht. Der Autor gehört zu den eher unbekannten literarischen Größen seines Landes, bewundert nur in Kreisen namhafter amerikanischer Kollegen. In Deutschland wurde er recht spät mit seinem erst 1998 ... [weiterlesen]

   5. August 2018

Gaito Gasdanow

Das Phantom des Alexander Wolf

4* erfreulich

 

Eine literarische Entdeckung

Mit dem Erscheinen seines Romans «Das Phantom des Alexander Wolf» wurde der russische Exil-Schriftsteller Gaito Gasdanow 2012 erstmals einem breiteren deutschen Publikum bekannt und als literarische Entdeckung gefeiert. Im Original wurde das Buch 1948 in einem russischen Exilverlag in New York publiziert, sein Autor wird der russischen Seitenlinie der ... [weiterlesen]

   2. August 2018

Michael Kumpfmüller

Nachricht an alle

3* lesenswert

 

Wer Visionen hat

Unter dem Titel «Nachricht an alle» ist von Michael Kumpfmüller im Jahre 2008 ein politischer Zeitroman erschienen, in jenem leider vernachlässigten Genre der Literatur also, in dem Koeppens «Das Treibhaus» von 1953 Maßstäbe gesetzt hat. An die nun weder der vorjährige Buchpreisgewinner Robert Menasse mit «Die Hauptstadt» heranreicht ... [weiterlesen]

   28. Juli 2018

Friedericke Mayröcker

Pathos und Schwalbe

2* mäßig

 

Begreifen als Glücksfall

Die vor allem durch ihre Lyrik bekannte österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker perfektioniert in ihren wenigen Prosawerken die narrative Form der Autofiktion, vermischt also Autobiografie mit Fiktion. Ihr jüngst erschienener Band «Pathos und Schwalbe», dem als Prosa keine auch nur annähernd zutreffende Gattungsbezeichnung entspricht, ist nach ... [weiterlesen]

   25. Juli 2018

Silvia Bovenschen

Lug und Trug und Rat und Streben

4* erfreulich

 

Geistreiches Vermächtnis

«Ich liebe mein Buch, aber ich kann es nicht empfehlen», so sibyllinisch äußerte sich die kürzlich verstorbene Schriftstellerin Silvia Bovenschen über ihren jetzt posthum erschienenen Roman «Lug & Trug & Rat & Streben». Sie habe sich darin alles erlaubt, warnte die Autorin, er würde von Leuten handeln, die in dieser Zeit leben und merkwürdige Erfahrungen machen. Die  ... [weiterlesen]

   23. Juli 2018

Nicholson Baker

Eine Schachtel Streichhölzer

3* lesenswert

 

Sternstunde des Insignifikanten

Wer den Plot für einen wichtigen, unverzichtbaren Bestandteil einer Erzählung hält, dem beweist Nicholson Baker mit seinem Kurzroman «Eine Schachtel Streichhölzer» das Gegenteil. Eine Handlung ist nämlich nicht mal rudimentär vorhanden, die Erzählung des US-amerikanischen Schriftstellers beschränkt sich einzig und allein auf Reflexionen seines Protagonisten  ... [weiterlesen]

    20. Juli 2018

Joachim Meyerhoff

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

3* lesenswert

 

Hinter den Kulissen

Was auf der Bühne anfing, das Erzählen aus seinem Leben, hat der Schauspieler Joachim Meyerhoff als autobiografischen Zyklus unter dem Titel «Alle Toten fliegen hoch» ebenso erfolgreich in Literatur verwandelt. «Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke», als Titel dem «Werther» von Goethe entlehnt, behandelt als dritter, alleinstehend lesbarer Roman der Reihe die Jahre  ... [weiterlesen]

   12. Juli 2018

Eva Menasse

Quasikristalle

3* lesenswert

 

Superfrau mit Macken

Die Rezeption des Romans «Quasikristalle» der österreichischen Schriftstellerin Eva Menasse ist ziemlich widersprüchlich. Als Chemie-Nobelpreisträger Daniel Shechtman 1982 die aperiodisch angeordneten Kristalle entdeckte, deren Aufbau von der bis dato wissenschaftlich unstrittig als vorgegeben angesehenen, streng symmetrischen Struktur  ... [weiterlesen]

   4. Juli 2018

Kazuo Ishiguro

Was vom Tage übrig blieb

4* erfreulich

 

Ungelebtes Leben

«Was vom Tage übrig blieb» ist der berühmteste Roman des britischen Schriftstellers Kazuo Ishiguro, er erhielt 1989 dafür den Booker Prize, das Buch wurde vier Jahre später verfilmt. Auf der 2015 erschienenen BBC-Liste der hundert bedeutendsten britischen Romane rangiert dieser Roman auf Platz 18. Im vergangenen Jahr erhielt Ishiguro den Nobelpreis als ein  ... [weiterlesen]

   29. Juni 2018

Michael Wildenhain

Das Singen der Sirenen

5* erstklassig

 

Literarisch ein Solitär

Mit dem Roman «Das Singen der Sirenen» gelang Michael Wildenhain eine überzeugende Synthese aus Inhalt und Stil, aus zeitaktueller Themenvielfalt und bravourös variierter Sprache. Wobei eines seiner Themen schon im Titel anklingt, ist doch der Protagonist wie Odysseus den Verlockungen der Sirenen ausgesetzt, - nur dass niemand den Romanhelden an den  ... [weiterlesen]

    27. Juni 2018

James Baldwin

Von dieser Welt

1* miserabel

 

Apokalyptisches Klagelied

Der Hype um den in den USA wiederentdeckten farbigen Schriftsteller James Baldwin hat nun auch uns erreicht, die aktuelle Neuübersetzung seines autobiografischen Debütromans von 1953 «Go Tell It on the Mountain» wird vom Feuilleton allenthalben gefeiert. Wobei der Titel der neuen deutschen Ausgabe «Von dieser Welt» ein wenig ablenkt von dem, was den Leser  ... [weiterlesen]

   19. Juni 2018

Gerhard Falkner

Apollokalypse

2* mäßig

 

Poststrukturalistisches Chaos

Der vielseitig tätige Schriftsteller Bernhard Falkner hat 2016 mit «Apollokalypse» sein Prosadebüt vorgelegt, ein Epochenroman aus dem Berlin der achtziger und neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, der es auf Anhieb auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 geschafft hat. Der Neologismus seines Titels spiegelt das Schöne und Verführerische in der ... [weiterlesen]

 

 

Leseliste

 

 

© Copyright 2012-2018  Bories vom Berg

Letzte Bearbeitung am 16.09.2018