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Aktuelle Rezensionen

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   24.05.2018

Sten Nadolny

Weitlings Sommerfrische

2* mäßig

 

Multiple Identität

In seinem verschiedentlich als Alterswerk apostrophierten Roman «Weitlings Sommerfrische» beleuchtet Sten Nadolny das Problem menschlicher Identität mit Hilfe einer Zeitreise, hier sogar in beiden möglichen Varianten, zurück und voraus. Die Identität aber, um die es sich konkret handelt, die des Protagonisten dieser Geschichte, ist so stark autobiografisch inspiriert ... [ weiter lesen ]

   17.05.2018

David Vann

Aquarium

3* lesenswert

 

Unwiederbringlich

Der in Alaska geborene Schriftsteller David Vann thematisiert auch in seinem zweiten, auf Deutsch erschienenen Roman «Aquarium» wieder gestörte Familienverhältnisse, die er erzählerisch hart, fast brutal zuweilen, aufdeckt und demaskiert, unübersehbar beeinflusst durch eigene Lebenserfahrungen. Wobei er hier, anders als bisher, der Düsternis ... [ weiter lesen ]

   15.05.2018

Lukas Bärfuss

Hagard

2* mäßig

 

Symptom der Schwellenzeit

Als jüngstes der fünf Prosawerke des Schweizer Dramatikers und Schriftstellers Lukas Bärfuss erschien 2017 der Roman «Hagard», dessen kryptischer Titel auf die Falknerei verweist und einen schwer abzurichtenden Beizvogel bezeichnet. Erzählt wird die Geschichte eines urplötzlich zum Stalker mutierten Immobilienmaklers, der Zeit und Raum vergessend einer fremden ... [ weiter lesen ]

   12.05.2018

Peter Stamm

Weit über das Land

3* lesenswert

 

Warum nicht?

Auch in dem Roman «Weit über das Land» greift der Schweizer Schriftsteller Peter Stamm erneut seine Thematik des spontanen Ausbruchs aus der Normalität des Alltags auf. Anders aber als in der inflationären Aussteiger-Literatur geht es bei ihm nicht um den Traum von der einsamen Südseeinsel oder der Holzhütte in Alaska, seine Helden entfliehen dem ... [ weiter lesen ]

   10.05.2018

John Banville

Athena

3* lesenswert

 

Lug und Trug

Nach der Kopfgeburt des Zeus, nach der Göttin der Kunst also, hat John Banville seinen Roman «Athena» betitelt, dritter Teil der durch ihren Protagonisten lose miteinander verbundenen «Mördertrilogie». Der schon länger als Nobelpreis-Kandidat gehandelte irische Schriftsteller zeichnet sich insbesondere durch seinen sehr speziellen Schreibstil aus, der ... [ weiter lesen ]

   05.05.2018

Jon McGregor

Speicher 13

2* mäßig

 

Trau, schau, wem?

Der Klappentext von Jon McGregors Roman «Speicher 13» lockt den Leser in ein narratives Labyrinth, aus dem es lange keinen Ausweg zu geben scheint, in dem man sich anfangs fühlt wie «im falschen Kino». Unwillkürlich denkt man dabei «Trau, schau, wem?», denn den üblichen genretypischen Signalen zum Trotz ist dieses neue Buch des britischen ... [ weiter lesen ]

   01.05.2018

Felicitas Hoppe

Prawda

3* lesenswert

 

The fear starts here

Was der Buchtitel «Prawda» verheißt, «Wahrheit» nämlich, das findet sich in den eigenwilligen Romanen der Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe eher selten, ihr literarisches Markenzeichen ist vielmehr ihre mit Komik angereicherte, überbordende Phantasie, - «Eine amerikanische Reise» ist also alles andere als ein touristischer Bericht. Auf den Spuren ... [ weiter lesen ]

   26.04.2018

Edgar Lawrence Doctorow

Ragtime

5* erstklassig

 

Und das war gut so

Hoch geehrt, mit Preisen überhäuft geradezu, gehört Edgar Lawrence Doctorow zu den Maßstab setzenden Autoren Amerikas, ihm gelang 1975 der Durchbruch mit «Ragtime», dem besten seiner zwölf Romane, der Charly Chaplin zum Weinen brachte und vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama als sein Lieblingsbuch genannt wurde. Doctorow wurde ... [ weiter lesen ]

   21.04.2018

Hans Christian Andersen

Nur ein Spielmann

3* lesenswert

 

Ein verkannter Poet

Wer Andersen sagt, meint Märchen, - und versäumt durch diese ebenso weit verbreitete wie voreilige literarische Festlegung womöglich, auch den Romancier Hans Christian Andersen kennen zu lernen. Der dritte seiner insgesamt sechs Romane, 1837 erschienen, brachte ihm vor allem in Deutschland literarisch den Durchbruch, «Nur ein Spielmann» wurde ein Riesen ... [ weiter lesen ]

   13.04.2018

Esther Kinsky

Hain

3* lesenswert

 

Codierte Verlusterfahrung

Das Genre «Nature Writing» möchte Esther Kinsky nicht gelten lassen für ihr als «Geländeroman» apostrophiertes neues Prosawerk «Hain», das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2018 prämiert wurde. Denn obwohl Landschaft und Natur darin einen breiten Raum einnehmen, dienen sie ihr vornehmlich als meditativer Hintergrund für einen Prozess der Trauerbewältigung ... [ weiter lesen ]

   07.04.2018

David Foster Wallace

Kurze Interviews mit fiesen Männern

4* erfreulich

 

Ironisches Psychogewäsch

Drei Jahre nach dem Opus magnum von David Foster Wallace erschien 1999 eine Sammlung von Geschichten unter dem ebenso deskriptiven wie amüsanten Titel «Kurze Interviews mit fiesen Männern». Der wichtigste und innovativste US-amerikanische Schriftsteller der Postmoderne glänzt hier wieder mit seinem geradezu verwegenen Sprachstil, der in einigen ... [ weiter lesen ]

   31.03.2018

Anja Kampmann

Wie hoch die Wasser steigen

3* lesenswert

 

Die Bohrinsel als Metapher

Was literarische Debüts oft so spannend macht ist die Überraschung, die da manchmal auf den Leser wartet, eine neue Stimme, die womöglich auch neue Wege des Erzählens aufzeigt. In ihrem Erstling «Wie hoch die Wasser steigen» überrascht die bisher nur als Lyrikerin bekannt gewordene Anja Kampmann uns tatsächlich  mit einer ganz eigenen Form des Prosa-Erzählens. Ihr schon ... [ weiter lesen ]

   26.03.2018

Zurab Karumidze

Dagny oder Ein Fest der Liebe

2* mäßig

 

Leider nur absurdes Palaver

Ein Roman wie eine Wundertüte ist «Dagny oder Ein Fest der Liebe» des georgischen Schriftstellers Zurab Karumidze, geschrieben in Englisch, also nicht nur für Georgier, «sondern für die gesamte Welt», insbesondere die anglophone, wie er erklärt hat. Titelgebend ist Dagny Juel, norwegische Schriftstellerin, eine Femme ... [ weiter lesen ]

 

 

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Letzte Bearbeitung am 24.05.2018