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   8. Dezember 2019

Knut Hamsun

Hunger

5* erstklassig

 

Weitab von der Spitzweg-Idylle

In seinem 1890 erschienenen Debütroman «Hunger» hat der norwegische Schriftsteller Knut Hamsun eigene Erfahrungen als Arbeitsloser aus dem Jahre 1886 verarbeitet. «Es war zu jener Zeit, als ich in Kristiania umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verlässt, ehe er von ihr gezeichnet worden ist…» heißt es im ersten Satz dieses berühmten Romans, ... [weiterlesen]

   5. Dezember 2019

Émile Zola

Nana

5* erstklassig

 

Lichtenberg bringts auf den Punkt

Der 1880 erschienene Roman «Nana» von Émile Zola gehört zu den erfolgreichsten des großen französischen Romanciers, er ist Teil des 20bändigen Zyklus ‹Rougon-Macquart›, einer breit angelegten Familiengeschichte aus dem Zweiten Kaiserreich, in deren Stammbaum auch eine gewisse «Anna Coupeau dite Nana» auftaucht. Als typischer Positivist hat der berühmte Autor... [weiterlesen]

   1. Dezember 2019

Ulrich Woelk

Der Sommer meiner Mutter

4* erfreulich

 

Eine Art Rosetta-Mission

Mit einem narrativen Paukenschlag beginnt «Der Sommer meiner Mutter», der neueste Roman von Ulrich Woelk. «Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten bemannten Mondlandung, nahm sich meine Mutter das Leben» lautet der angeblich oft ja schon die ganze Geschichte enthaltende erste Satz. Der promovierte Astrophysiker hat  recht listig durch diese scheinbare ... [weiterlesen]

   29. November 2019

Katharina Hacker

Die Habenichtse

4* erfreulich

 

Kein Wohlfühlroman

Mit dem Roman «Die Habenichtse» von 2006 hat Katharina Hacker eine ungewöhnlich konträre Rezeption ausgelöst, den fast durchweg positiven Buch-Besprechungen des Feuilletons stehen überwiegend negative, fast wütende Bewertungen der Leserschaft gegenüber. Nicht zuletzt hat dieser Roman ja den Frankfurter Buchpreis gewonnen, und die Jury hatte damals dazu ... [weiterlesen]

   26. November 2019

Marlene Streeruwitz

Flammenwand

2* mäßig

 

Starker Tobak für arglose Leser

In Dantes göttlicher Komödie ist die «Flammenwand» der Übergang vom Fegefeuer ins Paradies, im gleichnamigen Roman von Marlene Streeruwitz wird man mit diesem Bild im Kopf als Leser auch gleich auf die richtige Spur gesetzt. Der Untertitel «Roman mit Anmerkungen» weist auf eine zweite Erzählebene hin, im Anhang berichtet die streitbare österreichische Autorin ... [weiterlesen]

   21. November 2019

Klaus Modick

Keyserlings Geheimnis

3* lesenswert

 

Besser das Original lesen

Mit seinem Roman «Keyserlings Geheimnis» hat der in vielen literarischen Genres tätige Schriftsteller Klaus Modick die Reihe seiner Künstlerromane fortgesetzt, schon der Buchumschlag ist dem Vorgänger «Konzert ohne Dichter», der schnell zu Bestseller avancierte, auffallend ähnlich. Auch hier bilden wieder Dichtung und Malerei die Kulisse für eine Geschichte um den ... [weiterlesen]

   18. November 2019

Olga Tokarczuk

Ur und andere Zeiten

5* erstklassig

 

Zauber als Narrativ

Mit ihrem dritten, im Original 1996 erschienenen Roman «Ur und andere Zeiten» hat die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk auch international den Durchbruch erreicht, er wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Die in ihrer Heimat aus national-katholischen, xenophoben Kreisen heftig befehdete Autorin wurde vor kurzem mit dem nachträglich für 2018 verliehenen ... [weiterlesen]

   15. November 2019

Guy de Maupassant

Bel Ami

5* erstklassig

 

Souverän erzeugter Lesesog

Zum Olymp der französischen Literatur gehört auch Guy de Maupassant, dessen Roman «Bel Ami», 1885 als Erstdruck in einer Zeitung erschienen, zu seinem erfolgreichstem Werk wurde, das bis heute in immer neuen Auflagen gelesen wird. Der dem Naturalismus zugerechnete Schriftsteller ist ja vor allem als Novellist berühmt geworden, hatte aber später als Romancier deutlich ... [weiterlesen]

   13. November 2019

Peter Kurzeck

Als Gast

2* mäßig

 

Langmut als Lesertugend

Nicht weniger als das Konservieren der Zeit war das ambitionierte Ziel von Peter Kurzeck, der Roman «Als Gast» erschien als zweiter Band eines «Das alte Jahrhundert» betitelten und auf zwölf Bände projektierten Zyklus, von dem insgesamt aber nur sieben Romane erschienen sind, der letzte posthum in diesem Jahr. Der proustsche Dimensionen erreichende ... [weiterlesen]

   9. November 2019

Miku Sophie Kühmel

Kintsugi

2* mäßig

 

Nicht bewältigtes, narratives Chaos

Unter den drei Debüt-Romanen auf der Shortlist des diesjährigen Frankfurter Buchpreises ist auch «Kintsugi» von Miku Sophie Kühmel, eine kammerspielartige Geschichte vom Zerbrechen langjähriger Beziehungen. Auf Brüche spielt schon der Buchtitel an, ‹kintsugi›, klärt das Nachwort auf, ist «das kunsthandwerk, zerbrochenes porzellan mit gold zu reparieren», wie dort in ... [weiterlesen]

   6. November 2019

Peter Handke

Mein Jahr in der Niemandsbucht

3* lesenswert

 

Nichts für «Lesefutterknechte»

Im riesigen Œuvre von Peter Handke stellt «Mein Jahr in der Niemandsbucht» mit dem Untertitel «Ein Märchen aus den neuen Zeiten» das Opus magnum dar. Das 1994 erschienene Buch ist autobiografisch geprägt, es beschäftigt sich mit dem mühsamen Selbstfindungsprozess eines Schriftstellers. Handke ist mit dem diesjährigen Nobelpreis geehrt worden «für ein einflussreiches Werk, das ... [weiterlesen]

   29. Oktober 2019

Dagmar Leupold

Lavinia

2* mäßig

 

Überstrapazierte Emotionslosigkeit

Den Romantitel «Lavinia» hat Dagmar Leupold, wie sie im Interview erklärte, dem Eneas-Roman des mittelalterlichen Schriftstellers Heinrich von Veldeke entlehnt. In dessen Geschichte wird die Figur der Lavinia, deren Minne in Form eines Monologs erzählt ist, einerseits als bezaubernd und rein, andererseits aber als selbstsicher und trotzig dargestellt. «Mein Roman ist ... [weiterlesen]

   27. Oktober 2019

Sally Rooney

Gespräche mit Freunden

2* mäßig

 

Geschichte ohne Fazit

Mit ihrem Debütroman «Gespräche mit Freunden» ist die Schriftstellerin Sally Rooney auf Anhieb zum Shootingstar der irischen Literatur avanciert. Sie könne nicht nachvollziehen, warum dieser ganze Hype um sie gemacht wird, hat sie erklärt. Die kürzlich erschienene deutsche Erstausgabe wurde hingegen von Feuilleton und Leserschaft deutlich weniger euphorisch ... [weiterlesen]

   25. Oktober 2019

Jackie Thomae

Brüder

3* lesenswert

 

Ein Symptom der Zeit

Mit ihrem zweiten Roman «Brüder» hat Jackie Thomae ein Epos geschrieben, das keines sein will, obwohl viele der Merkmale dafür vorhanden sind. Es ist die breit angelegte Geschichte zweier gleichaltriger, unehelich in der DDR geborener Halbbrüder mit einem gemeinsamen afrikanischen Vater, den sie nie gesehen haben. Sie wachsen getrennt auf, wissen nichts ... [weiterlesen]

   21. Oktober 2019

James Joyce

Dubliner

5* erstklassig

 

Debüt eines literarischen Olympiers

Zu den drei bedeutendsten Werken des irischen Jahrhundert-Schriftstellers James Joyce, der als ein Wegbereiter der literarischen Moderne gilt, zählt «Dubliner». Die im Gegensatz zu den späteren Prosawerken noch konventionell erzählte Sammlung von fünfzehn Erzählungen fand erst 1914, nach Dutzenden von Ablehnungen und sieben Jahre nach ihrer Fertigstellung, schließlich ... [weiterlesen]

   17. Oktober 2019

Raphaela Edelbauer

Das flüssige Land

4* erfreulich

 

Schwarze Löcher als Metapher

Mit ihrem Roman-Debüt «Das flüssige Land» hatte Raphaela Edelbauer schon 2018 den Publikumspreis in Klagenfurt erhalten, nun kam sie damit sehr zu recht auf die Shortlist des diesjährigen Frankfurter Buchpreises. Als Jurymitglied hätte ich eher für sie als Preisträgerin gestimmt, aber das Migrations-Thema ist derzeit wohl gar zu übermächtig und verspricht wohl weit höhere Auflagen ... [weiterlesen]

   15. Oktober 2019

Alberto Manguel

Tagebuch eines Lesers

3* lesenswert

 

Geschmälerte Lesefrüchte

Wie kein zweiter hat der argentinische Schriftsteller Alberto Manguel sich mit dem Wesen des Buches auseinandergesetzt, «Das Tagebuch eines Lesers» gehört in eine Reihe mit ähnlichen Werken wie «Eine Geschichte des Lesens» oder «Eine Stadt aus Worten». Im vorliegenden Tagebuch nun verdeutlicht der Autor die Wirkung des Lesens am Beispiel seiner Eindrücke und ... [weiterlesen]

   12. Oktober 2019

Tonio Schachinger

Nicht wie ihr

1* miserabel

 

Der Proll als Millionär

Das soeben erschienene literarische Debüt des jungen österreichischen Schriftstellers Tonio Schachinger, der Roman «Nicht wie ihr», der im Milieu des Profifußballs spielt, wurde überraschend auf die Shortlist des diesjährigen Frankfurter Buchpreises gewählt. Im Interview hat der Autor zugegeben: «Die Nominierung hat mich schon gewundert». Der Klappentext nennt ... [weiterlesen]

   9. Oktober 2019

Joaquim Maria Machado de Assis

Das babylonische Wörterbuch

4* erfreulich

 

Date mit einem Unbekannten

Der 2018 erschienene Erzählband «Das babylonische Wörterbuch» vom Joaquim Maria Machado de Assis ist eine Auswahl aus seinen insgesamt 226 ‹contos›, einer spezifischen Kurzprosa in Form von Erzählungen, Legenden, Fabeln und mythischen Texten. Der literarische Aufstieg des Brasilianers führte über den Journalismus zu einem äußerst vielseitigen Œuvre, er ist ... [weiterlesen]

   6. Oktober 2019

Heimito von Doderer

Die Wasserfälle von Slunj

5* erstklassig

 

Der Poet als gottgleicher Schöpfer

Sein bekanntestes Werk ist «Die Strudelhofstiege», sein Opus magnum «Die Dämonen», sein bester Roman jedoch sei, wie manche meinen, «Die Wasserfälle von Slunj». Auf jeden Fall aber gehört Heimito von Doderer zu den bedeutendsten Schriftstellern des Zwanzigsten Jahrhunderts. Er befindet sich mit seinem Bestreben nach einer möglichst allumfassenen  ... [weiterlesen]

   1. Oktober 2019

Norbert Scheuer

Winterbienen

4* erfreulich

 

Danksagung als raffinierte Ergänzung

In «Winterbienen», dem neuen Roman des als Eifeldichter apostrophierten Schriftstellers Norbert Scheuer, ist erneut jenes nützliche Insekt titelgebend, das vor zwei Jahren schon mal für Aufsehen gesorgt hat. Der in die Shortlist des diesjährigen Frankfurter Buchpreises gewählte Roman hat also womöglich Chancen, an den Riesenerfolg des Erstlings «Die Geschichte der ... [weiterlesen]

   29. September 2019

Jorge Luis Borges

Fiktionen

5* erstklassig

 

Mehr Selbstkritik geht ja nicht

Als einer der großen Schriftsteller des Zwanzigsten Jahrhunderts hat Jorge Luis Borges mit «Fiktionen» einen Band von phantastischen Erzählungen vorgelegt, der als ein Schlüsselwerk des Magischen Realismus gilt. Der intellektuelle Argentinier hat mit diesem vielleicht wichtigsten Werk der hispanischen Literatur seit «Don Quijote», wie manche meinen, einen entscheidenden Impuls ... [weiterlesen]

   25. September 2019

Ma Jian

Traum von China

3* lesenswert

 

Satirische Dystopie

Der neue Roman des chinesischen Schriftstellers und Dissidenten Ma Jian trägt seinen Titel «Traum von China» nach einer Losung von Xi Jinping, dem Präsidenten des asiatischen Riesenreichs, die sogar offiziell Eingang in die Verfassung gefunden hat. Sie zielt darauf ab, den «Schlafenden Löwen» China zur Weltmacht aufsteigen zu lassen und letztendlich auch die kommunistische ... [weiterlesen]

   24. September 2019

Ingeborg Drewitz

Gestern war Heute

5* erstklassig

 

Vom Dilemma femininer Selbstverwirklichung

Der autobiografische Roman «Gestern war Heute» mit dem Untertitel «Hundert Jahre Gegenwart» ist das bekannteste und erfolgreichste Buch der Schriftstellerin Ingeborg Drewitz. Ihr soziales Engagement steht auch hier wieder im Fokus, über drei Generationen hinweg gespiegelt am Schicksal einer Frau, deren Suche nach ihrer Identität an der Verlassenheit und Kontaktarmut ... [weiterlesen]

   20. September 2019

Oskar Maria Graf

Bolwieser

3* lesenswert

 

Tragischer Pantoffelheld

Zu den Hauptwerken des in vielen literarischen Genres aktiven Schriftstellers Oskar Maria Graf gehört der Roman «Bolwieser» von 1931, ein Publikumserfolg, den Rainer Werner Fassbinder als Stoff für einen zweiteiligen Fernsehfilm benutzt hat, der dann als Spielfilm adaptiert auch in die Kinos kam. Er ist der erste der beiden «Spießerromane» des bayrischen Dichters, der sich ... [weiterlesen]

   19. September 2019

Carmen-Francesca Banciu

Lebt wohl, ihr Genossen und Geliebten

3* lesenswert

 

Ein literarisches Requiem

Die rumänische Schriftstellerin Carmen-Francesca Banciu, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Berlin übersiedelte, hat mit dem Roman «Lebt wohl, ihr Genossen und Geliebten» mit dem Untertitel «Tod eines Patrioten» den letzten Band einer Trilogie vorgelegt, in der sie mit dem Kommunismus in ihrem Heimatland abrechnet. Er ist auf Deutsch geschrieben, die Autorin gehört mithin wie viele ... [weiterlesen]

   16. September 2019

Hans Magnus Enzensberger

Überlebenskünstler

2* mäßig

 

Club der toten Dichter

Er ist durch seine Lyrik bekannt, gilt in Deutschland als politisch engagierter Intellektueller, der sich auch vielseitig essayistisch betätigt, nun hat der unermüdliche Hans Magnus Enzensberger mit «Überlebenskünstler» ein neues Buch mit dem Untertitel «99 literarische Vignetten aus dem zwanzigsten Jahrhundert» vorgelegt. Ein Blick in den Klappentext macht neugierig, ... [weiterlesen]

   14. September 2019

Ford Madox Ford

Die allertraurigste Geschichte

4* erfreulich

 

Subversive Erzählweise

Der englische Schriftsteller Ford Madox Ford hat mit seinem 1915 erstmals erschienenen Roman «The Good Soldier» unbestritten ein kanonisches Werk von weltliterarischem Rang geschaffen, auf Deutsch erschien es unter dem Titel «Die allertraurigste Geschichte» erst im Jahre 1962. Ein verkanntes Meisterwerk, dem nie  ein besonderer Erfolg beschieden war, das ... [weiterlesen]

   10. September 2019

Hubert Winkels

Kann man Bücher lieben?

4* erfreulich

 

Expertise eines Insiders

Gleich im ersten Satz beantwortet der bekannte Literaturkritiker Hubert Winkels die im Titel seines Buches gestellte Frage mit einer Anekdote: «Die Frage ‹Lieben Sie Deutschland?› hat der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann gewitzt beantwortet mit ‹Ich liebe meine Frau›», - Punktum! Was folgt sind die auch noch in zwei weiteren Kapiteln beschriebenen Nöte vom ... [weiterlesen]

 

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Letzte Bearbeitung am 08.12.2019