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Leipziger Buchpreis 2020 Belletristik - Zur Liste der Nominierten hier klicken

 

   25. Februar 2020

Patrick Deville

Viva

3* lesenswert

 

Ein moderner Plutarch

Mit seinem 2017 auf Deutsch erschienen Roman «Viva» hat der französische Schriftsteller Patrick Deville erneut ein Werk vorgelegt, mit dem er auf den Spuren von Plutarch wandelt. Genau wie seinem antiken Vorbild mit den berühmten griechisch-römischen Doppelbiografien geht es dem Autor hier eben nicht um Geschichtsschreibung im wissenschaftlichen Sinne ... [weiterlesen]

   23. Februar 2020

Verena Güntner

Power

2* mäßig

 

Allegorie auf das Verschwinden

In ihrem zweiten Roman mit dem irreführenden Titel «Power» thematisiert die Schriftstellerin Verena Güntner nichts, was irgendwie mit ‹Kraft› assoziiert werden könnte, sondern das Verschwinden und seine gesellschaftlichen Vorbedingungen. Der soeben erschienene Band ist für den diesjährigen Leipziger Buchpreis nominiert, wobei die Jury ihre Wahl folgendermaßen begründet ... [weiterlesen]

   21. Februar 2020

Iwan Gontscharow

Oblomow

5* erstklassig

 

Schlafrock-Existenz als Allegorie

In der russischen Literatur verkörpert die Titelfigur in Ivan Gontscharows 1859 erschienenen Roman «Oblomow» archetypisch den ‹überflüssigen Menschen›, jener auch schon bei Puschkin und Lermontow thematisierten Leitfigur aus dem patriarchalischen Landadel. Mit diesem provozierenden zweiten Roman, dessen berühmtes neuntes Kapitel mit sensationellem ... [weiterlesen]

   16. Februar 2020

Anna Katharina Fröhlich

Kream Korner

2* mäßig

 

Boheme vs. Dekadenz

Der zweite Roman von Anna Katharina Fröhlich mit dem kryptischen Titel «Kream Korner» überrascht in vielerlei Hinsicht, der schmale Band verweigert sich als ein literarisches Capriccio beharrlich allen narrativen Konventionen. Einem Triptychon ähnlich steht im Zentrum der Geschichte ein unwirtliches Landgut in der Provence, dem zwei in die bunte Exotik Indiens führende ... [weiterlesen]

   14. Februar 2020

Martin Mosebach

Das Blutbuchenfest

3* lesenswert

 

Unselige Allianz von Schicksal und Zufall

Der Schriftsteller Martin Mosebach hat 2014 mit seinem Roman «Das Blutbuchfest» das Scheitern thematisiert, im Privaten ebenso wie im Politischen. Schon bei der Verleihung des Büchnerpreises 2007 sprach sein Laudator Navid Kermani vom Geist des Cervantes, den sein Werk atme. Als Literat wurde Mosebach vom Feuilleton stilistisch teilweise herb kritisiert für seinen ... [weiterlesen]

   10. Februar 2020

Aris Fioretos

Der letzte Grieche

2* mäßig

 

Grieche trifft Schwedin

Mit dem 2011 erschienen Roman «Der letzte Grieche» hat der Schriftsteller Aris Fioretos nicht nur ein bemerkenswertes Buch über Migration vorgelegt, sondern auch das drei Generationen umfassende Familienepos einer griechischen Familie. Der in Schweden geborene Professor für Literatur-Wissenschaft mit griechischem und österreichischen Wurzeln schreibt ... [weiterlesen]

   7. Februar 2020

Pierre Lemaitre

Wir sehen uns dort oben

2* mäßig

 

Makabre Schwejkiade

Mit dem 2013 erschienenen historischen Roman «Wir sehen uns dort oben» hat der bis dato nur für seine Krimis bekannte französische Schriftsteller Pierre Lemaitre erstmals dieses Genre verlassen und den Ersten Weltkrieg und dessen unmittelbare Folgen thematisiert. Dieser erste «literarische» Roman aus seiner Feder ist gleichwohl mit typischen Krimi-Elementen ... [weiterlesen]

   31. Januar 2020

Michail Lermontow

Ein Held unserer Zeit

4* erfreulich

 

Eine multiple Persönlichkeit

Der einzige vollendete und zu Lebzeiten veröffentlichte Roman des russischen Schriftstellers Michail Lermontow trägt den ironischen Titel «Ein Held unserer Zeit», sein Erscheinen 1840 markiert deutlich das Ende der russischen Romantik, er ist zudem der erste psychologische Roman in dieser Sprache. Mit Puschkin, dem unangefochtenen Nationaldichter jener Zeit, der ... [weiterlesen]

   29. Januar 2020

Anne Weber

Kirio

1* miserabel

 

Ein narratives Verwirrspiel

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Anne Weber hat mit «Kirio» einen quecksilbrigen Schelmenroman geschrieben, der für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017 nominiert war. Wie bei vielen ihrer Werke steht auch hier der experimentelle Charakter ihrer Prosa im Fokus, hinter den eine erzählenswerte Geschichte völlig in den Hintergrund tritt. Ihre Titelfigur ist schwer greifbar, sie ... [weiterlesen]

   26. Januar 2020

Brigitte Kronauer

Das Schöne, Schäbige, Schwankende

3* lesenswert

 

Konglomerat literarischer Vignetten

Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer hat ihr kürzlich erschienenes Werk «Das Schöne, Schäbige, Schwankende» erst kurz vor ihrem Tod fertig gestellt, es trägt die eigenwillige Genrebezeichnung «Romangeschichten». Schon als Schülerin hat sie angefangen zu schreiben, später dann als Deutschlehrerin gearbeitet, ehe 1980 der erste Roman der damals Vierzigjährigen ... [weiterlesen]

   19. Januar 2020

Kathrin Schmidt

Du stirbst nicht

2* mäßig

 

Vom Menetekel einer Aphasie

Mit ihrem autobiografisch inspirierten Roman «Du stirbst nicht» hat die Schriftstellerin Kathrin Schmidt auf eindrucksvolle Art verdeutlicht, wie entscheidend das Sprachvermögen für die menschliche Existenz ist. Ihre 2009 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Geschichte wird ungeschönt aus der Innenperspektive ihrer Protagonistin erzählt, die nach einer Hirnblutung auf der ... [weiterlesen]

   14. Januar 2020

Eugen Ruge

Metropol

3* lesenswert

 

Geistige Wegbereiter der DDR

Acht Jahre nach seinem erfolgreichen Debütroman ist nun von Eugen Ruge mit «Metropol» ein Prequel erschienen, der nach dem berühmten Moskauer Hotel benannte Roman geht seiner DDR-Saga zeitlich voraus und behandelt die stalinistischen Säuberungen von 1936/37. Die Erzählung wird durch einen Prolog eingeleitet, in dem der in Russland geborene Autor berichtet, auf welch ... [weiterlesen]

   11. Januar 2020

Tom Zürcher

Mobbing Dick

3* lesenswert

 

Satire über Schweizer Bankster

Mit «Mobbing Dick» hat der Schweizer Schriftsteller und Werbetexter Tom Zürcher seinen vierten Roman veröffentlicht, der 2019 auf die Longlist für den deutschen Buchpreis gewählt wurde, also unter die letzten 20 von 203 eingereichten Romanen. In den Printmedien wurde das Buch jedoch ignoriert, von den namhaften Feuilletons erschienen keine Rezensionen, und auch die ... [weiterlesen]

   10. Januar 2020

Katerina Poladjan

Hier sind Löwen

1* miserabel

 

Hic sunt leones

In ihrem dritten Roman «Hier sind Löwen» beschreibt Katerina Poladjan, in Moskau geborene Schriftstellerin mit armenischen Wurzeln, eine Spurensuche ihrer autobiografisch inspirierten Protagonistin. Die Autorin selbst hatte 2015 eine Reise in die Heimat ihrer Vorfahren unternommen, aus der das SWR2-Feature «Zwischen Aragaz und Ararat» entstanden ist. Der ins ... [weiterlesen]

   8. Januar 2020

Richard Brautigan

Die Abtreibung

4* erfreulich

 

Eine kafkaeske Bibliothek

Der amerikanische Schriftsteller Richard Brautigan hat seinem Roman «Die Abtreibung» den Untertitel «Eine historische Romanze 1966» hinzugefügt und damit gleich auch das Erscheinungsjahr genannt. Nach seinem Freitod in Vergessenheit geraten, wurden seine ironischen, pessimistisch gefärbten Werke später auch in Deutschland wiederentdeckt und neu verlegt, so auch der ... [weiterlesen]

   6. Januar 2020

Julia Franck

Die Mittagsfrau

3* lesenswert

 

Literarisches Tabuthema

Mit dem Roman «Die Mittagsfrau» hat die Schriftstellerin Julia Franck im Jahre 2007 ihren größten Erfolg erzielt, er wurde mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, bevölkerte die Bestsellerlisten und wurde in viele Sprachen übersetzt. Die Rezeption im Feuilleton und in der Leserschaft war jedoch auffallend widersprüchlich und wurde emotional sehr heftig ...[weiterlesen]

   2. Januar 2020

Teresa Präauer

Johnny und Jean

1* miserabel

 

Phantasiekompetenz gefragt

In ihrem zweiten Roman «Johnny und Jean» thematisiert die österreichische Schriftstellerin und bildende Künstlerin Teresa Präauer auf satirische Art die zeitgenössische Kunstszene. Der Buchtitel erinnert an berühmte chaotische Paare wie ‹Jules und Jim›, nur dass hier die Dramatik fehlt, Johnny und Jean sind harmlose Kunststudenten auf dem Weg zum Ruhm. «Mach gute ... [weiterlesen]

   30. Dezember 2019

Helene Hegemann

Bungalow

2* mäßig

 

Manischer Erzählfuror

In ihrem dritten Roman «Bungalow» hat die Schriftstellerin Helene Hegemann wohl vorsorglich im Anhang vier Quellen benannt und zwei davon als inspirierend bezeichnet. Untrennbar mit ihrem Namen nämlich ist der Buchtitel «Axolotl Roadkill» verbunden, ihr aufsehenerregender Debütroman von 2010. Aufsehenerregend einerseits deshalb, weil die damals Achtzehnjährige auf... [weiterlesen]

   28. Dezember 2019

Ali Smith

Herbst

3* lesenswert

 

Was liest du demnächst?

Als erster Band einer lange schon geplanten Jahreszeiten-Tetralogie der schottischen Schriftstellerin Ali Smith, der im Original 2016 erschien, wurde kürzlich der Roman «Herbst» auch in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Während der Arbeiten an dem Buch wurde in Großbritannien über den Austritt aus der EU abgestimmt, seither ist das Land unversöhnlich in ... [weiterlesen]

   26. Dezember 2019

Emanuel Maess

Gelenke des Lichts

1* miserabel

 

L’art pour l’art

Immer wieder gibt es ja Romane, die polarisierend auf die Leserschaft wirken, so auch das Romandebüt mit dem kryptischen Titel «Gelenke des Lichts» von Emanuel Maeß. Ein Hybrid, was die Gattung anbelangt, aus «Bildungs-, Schelmen- und Campusroman», wie die Jury für den Deutschen Buchpreis 2018 schrieb, die ihn immerhin auf die Longlist gesetzt hatte. Mit Anklängen ... [weiterlesen]

   20. Dezember 2019

Jan Peter Bremer

Der junge Doktorand

3* lesenswert

 

Posse grenzenloser Selbstüberschätzung

Die Anklänge an Samuel Beckett sind unverkennbar in Jan Peter Bremers neuestem Roman «Der junge Doktorand», wie bei «Warten auf Godot» sind hier in einem kammerspielartigen Plot die Hoffnungen der beiden Protagonisten ebenfalls auf eine erwartete Erlöserfigur gerichtet. Um einen weiteren Vergleich zu bemühen, dieser absurde Roman erinnert mit seinen erbitterten Disputen auch ... [weiterlesen]

   19. Dezember 2019

Alberto Moravia

Die Römerin

3* lesenswert

 

Adrianas Kalamitäten

Der Roman «Die Römerin» von Alberto Moravia gehört zu jener für die damalige Zeit anstößigen Literatur, die konservative Kreise in Italien 1947 nach der Veröffentlichung am liebsten gleich verboten hätten. Im Interview hat der Autor erklärt: «Mein Werk kreist um das Problem des Menschen, um das Menschliche, das Allermenschlichste, wenn Sie wollen. Die katholische Kirche ... [weiterlesen]

   15. Dezember 2019

Lola Randl

Der große Garten

3* lesenswert

 

Typische Gretchenfrage

Die Filmemacherin Lola Randl hat in ihrem Debütroman «Der große Garten» ein aktuelles Zeitphänomen thematisiert. Es geht um die Sehnsucht neurotischer Großstädter nach einem bodenständigen Landleben, ihrem Buch ging 2018 ihr themengleicher Dokumentarfilm «Von Bienen und Blumen» voraus. Sie berichtet von ihrer Flucht aus Berlin in ein kleines Dorf der ... [weiterlesen]

   11. Dezember 2019

Arno Geiger

Es geht uns gut

4* erfreulich

 

Funkelnde Diskurse

Mit dem Familienepos «Es geht uns gut» hat der österreichische Schriftsteller Arno Geiger 2005 den Deutschen Buchpreis gewonnen, «… ein Roman, der ebenso genau wie leicht vom Gewicht des Lebens spricht», wie die Jury ihre Wahl begründet hat. Aber auch die Rezensionen im Feuilleton waren überwiegend positiv. Der ironische Titel dieser drei Generationen umfassenden ... [weiterlesen]

   8. Dezember 2019

Knut Hamsun

Hunger

5* erstklassig

 

Weitab von der Spitzweg-Idylle

In seinem 1890 erschienenen Debütroman «Hunger» hat der norwegische Schriftsteller Knut Hamsun eigene Erfahrungen als Arbeitsloser aus dem Jahre 1886 verarbeitet. «Es war zu jener Zeit, als ich in Kristiania umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verlässt, ehe er von ihr gezeichnet worden ist…» heißt es im ersten Satz dieses berühmten Romans, ... [weiterlesen]

   5. Dezember 2019

Émile Zola

Nana

5* erstklassig

 

Lichtenberg bringts auf den Punkt

Der 1880 erschienene Roman «Nana» von Émile Zola gehört zu den erfolgreichsten des großen französischen Romanciers, er ist Teil des 20bändigen Zyklus ‹Rougon-Macquart›, einer breit angelegten Familiengeschichte aus dem Zweiten Kaiserreich, in deren Stammbaum auch eine gewisse «Anna Coupeau dite Nana» auftaucht. Als typischer Positivist hat der berühmte Autor... [weiterlesen]

   1. Dezember 2019

Ulrich Woelk

Der Sommer meiner Mutter

4* erfreulich

 

Eine Art Rosetta-Mission

Mit einem narrativen Paukenschlag beginnt «Der Sommer meiner Mutter», der neueste Roman von Ulrich Woelk. «Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten bemannten Mondlandung, nahm sich meine Mutter das Leben» lautet der angeblich oft ja schon die ganze Geschichte enthaltende erste Satz. Der promovierte Astrophysiker hat  recht listig durch diese scheinbare ... [weiterlesen]

   29. November 2019

Katharina Hacker

Die Habenichtse

4* erfreulich

 

Kein Wohlfühlroman

Mit dem Roman «Die Habenichtse» von 2006 hat Katharina Hacker eine ungewöhnlich konträre Rezeption ausgelöst, den fast durchweg positiven Buch-Besprechungen des Feuilletons stehen überwiegend negative, fast wütende Bewertungen der Leserschaft gegenüber. Nicht zuletzt hat dieser Roman ja den Frankfurter Buchpreis gewonnen, und die Jury hatte damals dazu ... [weiterlesen]

   26. November 2019

Marlene Streeruwitz

Flammenwand

2* mäßig

 

Starker Tobak für arglose Leser

In Dantes göttlicher Komödie ist die «Flammenwand» der Übergang vom Fegefeuer ins Paradies, im gleichnamigen Roman von Marlene Streeruwitz wird man mit diesem Bild im Kopf als Leser auch gleich auf die richtige Spur gesetzt. Der Untertitel «Roman mit Anmerkungen» weist auf eine zweite Erzählebene hin, im Anhang berichtet die streitbare österreichische Autorin ... [weiterlesen]

 

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Letzte Bearbeitung am 25.02.2020