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   22. Mai 2019

Max Porter

Lanny

3* lesenswert

 

Träumen mit Schuppenwurz

Mit einiger Spannung ist von manchen Lesern «Lanny», der zweite Roman des britischen Schriftstellers Max Porter erwartet worden, dessen Debütroman vor vier Jahren international Beachtung gefunden hatte. Und prompt findet sich auch in dieser neuen Prosa wieder die Leidenschaft des Autors für Übersinnliches, seine Lust am Fabulieren, seine radikale Abwendung von ... [weiterlesen]

   20. Mai 2019

Michail Bulgakow

Meister und Margarita

5* erstklassig

 

«Leser mir nach!»

Unter dem Titel «Meister und Margarita» ist der Jahrhundertroman des russischen Schriftstellers Michail Bulgakow 1966 posthum in einer radikal zensierten Fassung erstmals erschienen, unlektoriert und nicht von eigener Hand fertig gestellt. Nach einem atemberaubenden Blitzstart ist er dort gleichwohl zum meistgelesenen Roman des Zwanzigsten Jahrhunderts ... [weiterlesen]

   9. Mai 2019

Julian Barnes

Die einzige Geschichte

3* lesenswert

 

Leidenschaft, Absturz, Rückbesinnung

In dem neuen Roman «Die einzige Geschichte» von Julian Barnes findet sich ein Motiv wieder, welches schon in «Vom Ende einer Geschichte» für Spannung gesorgt hat, die Liebe zwischen einem jungen Mann und einer Frau, die seine Mutter sein könnte. Hier im Roman zudem auch noch eine Amour fou mit den erwartbaren Folgen für beide, die jedoch nur als Vehikel dient ... [weiterlesen]

   4. Mai 2019

Kenah Cusanit

Babel

1* miserabel

 

Wenn Lesen zur Qual wird

Nach zwei Gedichtbänden hat die deutsche Altorientalistin und Ethnologin Kenah Cusanit ihren ersten Roman unter dem Titel «Babel» veröffentlicht, der es auf Anhieb unter die fünf Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 geschafft hat. Als interessantes Sujet hat sie dafür, - bei ihrem wissenschaftlichen Hintergrund naheliegend -, die Grabungen ... [weiterlesen]

   30. April 2019

Matthias Nawrat

Der traurige Gast

3* lesenswert

 

Als Leser in der Titelrolle

Mit «Der traurige Gast» spielt der neuen Roman von Matthias Nawrat im Titel auf das Gedicht «Selige Sehnsucht» an, das zu den «geheimnisvollsten der lyrischen Gedichte Goethes» gehört und interpretatorisch einige Schwierigkeiten bereitet. Dieser Roman stellt seine Leser in gleicher Weise vor Probleme, auch hier ist eine Hürde der Gelehrsamkeit zu überwinden, um an ... [weiterlesen]

   26. April 2019

César Aira

Was habe ich gelacht

4* erfreulich 

 

Subversives Narrativ

Er schreibe nicht für ein großes Publikum, hat der argentinische Schriftsteller César Aira, ewiger Nobelpreis-Kandidat, in einem Interview geäußert, und so ist denn auch sein Roman «Was habe ich gelacht» eher etwas für literarische Gourmets. Sein Œuvre besteht unter anderem aus Dutzenden von Kurzromanen, davon schreibt er mehrere pro Jahr, immer nach dem Motto ... [weiterlesen]

   22. April 2019

Anke Stelling

Schäfchen im Trockenen

1* miserabel

 

Nervige Verfemung der Realität

Selten treffen Romane so authentisch den Nerv der Zeit wie «Schäfchen im Trockenen» von Anke Stelling, dem geradezu prophetisch ein Thema hinterlegt ist, welches die Politik jahrelang verschlafen hat, die Wohnungsnot in den urbanen Zentren nämlich. Als bisher größter Erfolg wurde der im Bezirk Prenzlauer Berg in Berlin lebenden Schriftstellerin dieses ... [weiterlesen]

   17. April 2019

Jurek Becker

Amanda herzlos

4* erfreulich

 

Einakter und Unrechtsstaat

Der letzte Roman von Jurek Becker mit dem Titel «Amanda herzlos», erschienen 1992, ist zeitlich kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhangs angesiedelt. Wie immer beim Autor des berühmten Romans «Jakob der Lügner» ist auch hier seine ureigene literarische Methode deutlich zu erkennen, nämlich selbst außerordentlich ernste Sujets «komödienähnlich» zu ... [weiterlesen]

   7. April 2019

Maria Stepanova

Nach dem Gedächtnis

5* erstklassig

 

Lesen, kann ich nur sagen!

Als «Metaroman» wird im Klappentext das Buch «Aus dem Gedächtnis» der streitbaren russischen Intellektuellen und Schriftstellerin Maria Stepanova bezeichnet, «eine essayistischer Erzählung», die sich den üblichen Genres nicht so eindeutig zuordnen lässt. Obwohl dieses Debüt einer in Deutschland unbekannten Autorin wie ein Komet am literarischen Himmel erschienen ... [weiterlesen]

   30. März 2019

Josef Winkler

Natura morta

3* lesenswert

 

Literarische Wimmelbilder

Auf den ersten Blick scheint die Novelle «Natura morta» des österreichischen Schriftstellers Josef Winkler ein Paradebeispiel zu sein für eine narrative Methode, bei der das signifikant Insignifikante im Vordergrund steht, mithin stilprägend ist. Dieses kleine Büchlein ist insoweit ein Triumph der Sprache und Form, als eine Handlung nur rudimentär vorhanden ist und scheinbar auch ... [weiterlesen]

   28. März 2019

Günter Kunert

Die zweite Frau

3* lesenswert

 

Wo Realität die Fantasie übertrifft

Der dieser Tage neunzig Jahre alt gewordene Schriftsteller Günter Kunert hat ein vielseitiges Werk geschaffen. Die schier endlose Liste allein seiner über 150 Buchveröffentlichungen endet aktuell mit einem Roman, dessen Manuskript er vor kurzem zufällig wiederentdeckt habe und der nun erstmalig unter dem Titel «Die zweite Frau» erschienen ist. Mit fast 45 Jahren Verspätung, in ... [weiterlesen]

   26. März 2019

Rick Moody

Der Eissturm

1* miserabel

 

Eiskalte Schlüsselparty

Im eher bescheidenen Œuvre des US-amerikanischen Schriftstellers Rick Moody ist «Der Eissturm», 1994 erschienen, sein bekanntestes Werk. Der Stoff wurde schon drei Jahre später verfilmt, produziert als Independent-Film und prominent besetzt. Wie es der Zufall will hatte ich gestern gerade den Roman fertig gelesen, da entdeckte ich, dass ... [weiterlesen]

   21. März 2019

Cees Nooteboom

Die folgende Geschichte

5* erstklassig

 

Literarisch eine Offenbarung

Der schon lange nobelpreisverdächtige niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom hat mit seiner Erzählung «Die folgende Geschichte» ein Auftragswerk geschrieben, das als werbewirksames «Buchwochengeschenk» vom 6. bis zum 16. März 1991 jeder holländische Buchkäufer als kostenlose Zugabe erhielt, die Auflage betrug stolze 540.000 Exemplare. Die exzellente ... [weiterlesen]

   19. März 2019

Ulrike Kolb

Roman ohne Held

1* miserabel

 

Konzeptionell danebengelungen

Die Lektüre des Buches von Ulrike Kolb mit dem deskriptiven Titel «Roman ohne Held» verblüfft den Leser gleich zu Beginn. Denn da wird detailliert - aus der Perspektive eines Ertrinkenden - dessen Ertrinken geschildert, werden geradezu minutiös alle medizinischen Phasen des Sterbeprozesses aufgezählt bis zum endgültigen Exitus. Und ganz offensichtlich, so merkt ... [weiterlesen]

   16. März 2019

Madeleine Bourdouxhe

Gilles´ Frau

3* lesenswert

 

Unwiederbringlich

Im Jahre 1937 erschien der Roman «Gilles´ Frau» als Debüt der belgischen Schriftstellerin Madeleine Bourdouxhe - und blieb weitgehend unbeachtet. Zwölf Jahre später ging Simone de Beauvoir dann in ihrem berühmten Buch «Das andere Geschlecht» ausführlich auf die Thematik in Bourdouxhes Roman ein, der die Diskrepanzen weiblicher und männlicher Sexualität in fiktionaler ... [weiterlesen]

   14. März 2019

Minna Rytisalo

Lempi, das heißt Liebe

4* erfreulich

 

Eine Frau in drei Geschichten

Mit dem Zusatz «das heißt Liebe» im deutschen Titel des Romans «Lempi» von Minna Rytisalo werden viele Leser vermutlich auf eine falsche Fährte gelockt. Denn dieses Debüt der finnischen Autorin ist geradezu eine Dekonstruktion der Liebe, also alles andere als ein klassischer Liebesroman. Vor dem historischen Hintergrund des Lappland-Krieges wird dieses beliebte ... [weiterlesen]

   11. März 2019

Annette von Droste-Hülshoff

Die Judenbuche

3* lesenswert

 

Nicht nur morgens lesenswert

Deutschlands bedeutendste Schriftstellerin des 19ten Jahrhunderts, Annette von Droste-Hülshoff, hat mit ihrer 1842 im «Cotta’schen Morgenblatt für gebildete Leser» erstmals erschienen Novelle «Die Judenbuche» ein Prosawerk geschaffen, dessen Stoff viele zum Wiederlesen anregt und das als Klassiker auch heutige Leser zu begeistern vermag. Mit dem von der Autorin ... [weiterlesen]

   10. März 2019

Ilona Jerger

Und Marx stand still in Darwins Garten

2* mäßig

 

Evolution und Revolution

Was Kehlmann mit seiner Doppelbiografie von Gauß und Humboldt recht war, kann Ilona Jerger mit Darwin und Marx nur billig sein, ihr Debütroman «Und Marx stand still in Darwins Garten» baut ebenfalls auf einer fiktiven Begegnung zweier berühmter Männer auf, die sich in Wahrheit nie begegnet sind. Wobei die Herren hier nicht nur zur gleichen Zeit gelebt haben, sondern ... [weiterlesen]

   7. März 2019

Klaus Modick

Konzert ohne Dichter

2* mäßig

 

Vorsicht Bestseller

Von Feuilleton und Leserschaft gleichermaßen positiv aufgenommen wurde 2015 der Künstlerroman «Konzert ohne Dichter» von Klaus Modick, er war schnell zum Bestseller avanciert. Sein Thema ist die Entstehung eines Gemäldes im Dunstkreis der Künstlerkolonie in Worpswede Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts, wobei der «Dichter» im Buchtitel für Rainer ... [weiterlesen]

   3. März 2019

Heinz Helle

Die Überwindung der Schwerkraft

4* erfreulich

 

Vertreibung aus dem Paradies

Über nicht weniger als über das Dasein an sich schreibt Heinz Helle in seinem dritten Roman, unter dem ironischen Titel «Die Überwindung der Schwerkraft» zudem. Es sind die ewigen Fragen der Menschheit, die hier literarisch aufbereitet werden in einer Geschichte zweier Brüder, wobei die Philosophie im Fokus steht, gekonnt verknüpft mit einer eher beiläufigen ... [weiterlesen]

   1. März 2019

Urs Widmer

Der blaue Siphon

5* erstklassig

 

Biografie in zwei konträren Zeitreisen

Im vielseitigen Œuvre des Schweizer Schriftstellers Urs Widmer ist die 1992 erschienene Erzählung «Der blaue Siphon» seine poetologisch bedeutendste Prosa, als Märchen für Erwachsene ist in ihr seine Lust am Fabulieren besonders gekonnt ausgeprägt. Denn eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit wird hier an einer Zeitreise aus eben dieser Vergangenheit in die ... [weiterlesen]

   26. Februar 2019

Klaus Mann

Mephisto

3* lesenswert

 

Nur ein ganz gewöhnlicher Schauspieler

Vergeblich hat Klaus Mann, einer der wichtigsten Schriftsteller der Exilliteratur während der Nazidiktatur, immer wieder beteuert, sein 1936 in Holland erschienener «Mephisto» sei kein Schlüsselroman. Außer dem Protagonisten, in dem selbst Laien Gustav Gründgens erkennen, finden sich darin nicht weniger als fünfzehn weitere, nur unzureichend kaschierte ... [weiterlesen]

   22. Februar 2019

Hilmar Klute

Was dann nachher so schön fliegt

4* erfreulich

 

Fliegen meine Worte?

Als Debüt der besonderen Art thematisiert der Roman «Was dann nachher so schön fliegt» von Hilmar Klute die Dichtung in Form der Coming-of-Age-Geschichte eines angehenden Lyrikers. Der für die anonyme Kolumne «Streiflicht» bei der Süddeutschen Zeitung verantwortliche Redakteur benutzt die Poesie kontrapunktisch, stellt ihr den trostlosen Alltag eines Zivildienst ... [weiterlesen]

 

 

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Letzte Bearbeitung am 22.05.2019