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Neue Rezensionen

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31. März 2020

Alexander Puschkin

Erzählungen

4* erfreulich

Augenzwinkern inklusive

In Russland gilt Alexander Puschkin als der Nationaldichter par excellence, mit seinem Œuvre war er stilbildend als Wegbereiter der nach 1812 statt in französisch zunehmend in Landessprache geschriebenen Literatur, zugleich aber auch Vorbild für viele andere berühmte Dichter des Landes. Als Lyriker, dessen bedeutendste Werke als Versepen geschrieben sind, wandte er ... [weiterlesen]

 

26. März 2020

Markus Gasser

Das Buch der Bücher für die Insel

3* lesenswert

Vom Faszinosum der Literatur

Der deskriptive Titel «Das Buch der Bücher für die Insel» des literarischen Kompendiums von Markus Gasser macht all jene Leute neugierig, für die Bücherlesen mehr ist als reihenweise gängige Schmöker zu verschlingen. Der österreichische Literaturwissenschaftler Markus Gasser definiert seine Tour d’Horizon als «Weltreise durch die Kontinente der Literatur», wobei ... [weiterlesen]

 

18. März 2020

Lutz Seiler

Stern 111

4* erfreulich

Der Shigulimann

Auch der zweite Roman von Lutz Seiler, «Stern 111», räumte auf Anhieb einen Buchpreis ab, diesmal den der Leipziger Buchmesse 2020, der in absentia im Radio verkündet werden musste, der fiese Corona-Virus hatte ja die Absage der Messe erzwungen. Vielleicht bringt nun die erzwungene Muße in deutschlandweit verordneter oder freiwilliger Quarantäne den einen oder ... [weiterlesen]

 

14.März 2020

Leif Randt

Allegro pastell

2* mäßig

Literatur als Symptom

Der vierte Roman von Leif Randt erzählt mit autobiografischem Setting unter dem Titel «Allegro Pastell» von der Liebe zweier Kreativer im Hier und Heute. Der Autor hat seine eigenen beruflichen Aktivitäten und doppelten Wohnorte solidarisch auf seine beiden Protagonisten aufgeteilt. Jerome ist als freiberuflicher Webdesigner auf Video Content spezialisiert und wohnt ländlich ... [weiterlesen]

 

10. März 2020

Iwan Turgenjew

Väter und Söhne

5* erstklassig

Wo er recht hat, hat er recht

Iwan Turgenjew, wichtigster Vertreter des russischen Realismus, hat sechs Romane geschrieben, «Väter und Söhne» von 1861 ist sein bekanntester. Im gleichen Jahr endete in Russland die mehr als zweihundertjährige Periode der Leibeigenschaft, deren Auswirkungen in diesen Klassiker thematisch bereits ebenso hineinspielen wie die zeitlosen Motive ... [weiterlesen]

 

7. März 2020

Malcom Lowry

Unter dem Vulkan

5* erstklassig

Der Trinker als soziologische Parabel

Fest zum Kanon englischsprachiger Literatur gehört der berühmte Klassiker «Unter dem Vulkan» von Malcom Lowry. Mit dem ‹Ulysses› hat er gemeinsam, dass nur ein einzelner Tag im Leben des Protagonisten geschildert wird, hier ist es Allerseelen im Jahre 1938, Dia de Muertos, einer der wichtigsten Feiertage in Mexiko. Weitere Gemeinsamkeiten sind ... [weiterlesen]

 

2. März 2020

Michael Kumpfmüller

Ach, Virginia

1* miserabel

Ach, hätte der Autor

Mit dem neuen Roman «Ach, Virginia» hat Michael Kumpfmüller nach seinem literarischen Biopic über Franz Kafka nun auch Virginia Woolf porträtiert, eine der Göttinnen aus dem Olymp britischer Literaten, die, insgesamt gleich viermal vertreten, im BBC-Kanon der hundert besten Romane prominent Platz zwei und drei belegt. Dieses spezielle Genre einer narrativen Melange aus Biografie ... [weiterlesen]

 

28. Februar 2020

Angela Lehner

Vater unser

3* lesenswert

Vexierbild als Milieustudie

Mit ihrem Debütroman «Vater unser» hat die österreichische Schriftstellerin Verena Lehner auf Anhieb einen beachtlichen Erfolg gehabt, ihr Buch gelangte 2019 auf die Longlist für den Frankfurter Buchpreis und machte sie damit in deutschsprachigen Leserkreisen bekannt. Auch das Feuilleton äußerte sich lobend, nicht zuletzt deshalb, weil hier geradezu ein ... [weiterlesen]

 

25. Februar 2020

Patrick Deville

Viva

3* lesenswert

Ein moderner Plutarch

Mit seinem 2017 auf Deutsch erschienen Roman «Viva» hat der französische Schriftsteller Patrick Deville erneut ein Werk vorgelegt, mit dem er auf den Spuren von Plutarch wandelt. Genau wie seinem antiken Vorbild mit den berühmten griechisch-römischen Doppelbiografien geht es dem Autor hier eben nicht um Geschichtsschreibung im wissenschaftlichen Sinne ... [weiterlesen]

 

23. Februar 2020

Verena Güntner

Power

2* mäßig

Allegorie auf das Verschwinden

In ihrem zweiten Roman mit dem irreführenden Titel «Power» thematisiert die Schriftstellerin Verena Güntner nichts, was irgendwie mit ‹Kraft› assoziiert werden könnte, sondern das Verschwinden und seine gesellschaftlichen Vorbedingungen. Der soeben erschienene Band ist für den diesjährigen Leipziger Buchpreis nominiert, wobei die Jury ihre Wahl folgendermaßen begründet ... [weiterlesen]

 

21. Februar 2020

Iwan Gontscharow

Oblomow

5* erstklassig

Schlafrock-Existenz als Allegorie

In der russischen Literatur verkörpert die Titelfigur in Ivan Gontscharows 1859 erschienenen Roman «Oblomow» archetypisch den ‹überflüssigen Menschen›, jener auch schon bei Puschkin und Lermontow thematisierten Leitfigur aus dem patriarchalischen Landadel. Mit diesem provozierenden zweiten Roman, dessen berühmtes neuntes Kapitel mit sensationellem ... [weiterlesen]

 

16. Februar 2020

Anna Katharina Fröhlich

Kream Korner

2* mäßig

Boheme vs. Dekadenz

Der zweite Roman von Anna Katharina Fröhlich mit dem kryptischen Titel «Kream Korner» überrascht in vielerlei Hinsicht, der schmale Band verweigert sich als ein literarisches Capriccio beharrlich allen narrativen Konventionen. Einem Triptychon ähnlich steht im Zentrum der Geschichte ein unwirtliches Landgut in der Provence, dem zwei in die bunte Exotik Indiens führende ... [weiterlesen]

 

14. Februar 2020

Martin Mosebach

Das Blutbuchenfest

3* lesenswert

Unselige Allianz von Schicksal und Zufall

Der Schriftsteller Martin Mosebach hat 2014 mit seinem Roman «Das Blutbuchfest» das Scheitern thematisiert, im Privaten ebenso wie im Politischen. Schon bei der Verleihung des Büchnerpreises 2007 sprach sein Laudator Navid Kermani vom Geist des Cervantes, den sein Werk atme. Als Literat wurde Mosebach vom Feuilleton stilistisch teilweise herb kritisiert für seinen ... [weiterlesen]

 

10. Februar 2020

Aris Fioretos

Der letzte Grieche

2* mäßig

Grieche trifft Schwedin

Mit dem 2011 erschienen Roman «Der letzte Grieche» hat der Schriftsteller Aris Fioretos nicht nur ein bemerkenswertes Buch über Migration vorgelegt, sondern auch das drei Generationen umfassende Familienepos einer griechischen Familie. Der in Schweden geborene Professor für Literatur-Wissenschaft mit griechischem und österreichischen Wurzeln schreibt ... [weiterlesen]

 

7. Februar 2020

Pierre Lemaitre

Wir sehen uns dort oben

2* mäßig

Makabre Schwejkiade

Mit dem 2013 erschienenen historischen Roman «Wir sehen uns dort oben» hat der bis dato nur für seine Krimis bekannte französische Schriftsteller Pierre Lemaitre erstmals dieses Genre verlassen und den Ersten Weltkrieg und dessen unmittelbare Folgen thematisiert. Dieser erste «literarische» Roman aus seiner Feder ist gleichwohl mit typischen Krimi-Elementen angereichert, die für ... [weiterlesen]

 

31. Januar 2020

Michail Lermontow

Ein Held unserer Zeit

4* erfreulich

Eine multiple Persönlichkeit

Der einzige vollendete und zu Lebzeiten veröffentlichte Roman des russischen Schriftstellers Michail Lermontow trägt den ironischen Titel «Ein Held unserer Zeit», sein Erscheinen 1840 markiert deutlich das Ende der russischen Romantik, er ist zudem der erste psychologische Roman in dieser Sprache. Mit Puschkin, dem unangefochtenen Nationaldichter jener Zeit, der ... [weiterlesen]

 

29. Januar 2020

Anne Weber

Kirio

1* miserabel

Ein narratives Verwirrspiel

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Anne Weber hat mit «Kirio» einen quecksilbrigen Schelmenroman geschrieben, der für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017 nominiert war. Wie bei vielen ihrer Werke steht auch hier der experimentelle Charakter ihrer Prosa im Fokus, hinter den eine erzählenswerte Geschichte völlig in den Hintergrund tritt. Ihre Titelfigur ist schwer greifbar, sie ... [weiterlesen]

 

26. Januar 2020

Brigitte Kronauer

Das Schöne, Schäbige, Schwankende

3* lesenswert

Konglomerat literarischer Vignetten

Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer hat ihr kürzlich erschienenes Werk «Das Schöne, Schäbige, Schwankende» erst kurz vor ihrem Tod fertig gestellt, es trägt die eigenwillige Genrebezeichnung «Romangeschichten». Schon als Schülerin hat sie angefangen zu schreiben, später dann als Deutschlehrerin gearbeitet, ehe 1980 der erste Roman der damals Vierzigjährigen ... [weiterlesen]

 

19. Januar 2020

Kathrin Schmidt

Du stirbst nicht

2* mäßig

Vom Menetekel einer Aphasie

Mit ihrem autobiografisch inspirierten Roman «Du stirbst nicht» hat die Schriftstellerin Kathrin Schmidt auf eindrucksvolle Art verdeutlicht, wie entscheidend das Sprachvermögen für die menschliche Existenz ist. Ihre 2009 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Geschichte wird ungeschönt aus der Innenperspektive ihrer Protagonistin erzählt, die nach einer Hirnblutung auf der ... [weiterlesen]

 

14. Januar 2020

Eugen Ruge

Metropol

3* lesenswert

Geistige Wegbereiter der DDR

Acht Jahre nach seinem erfolgreichen Debütroman ist nun von Eugen Ruge mit «Metropol» ein Prequel erschienen, der nach dem berühmten Moskauer Hotel benannte Roman geht seiner DDR-Saga zeitlich voraus und behandelt die stalinistischen Säuberungen von 1936/37. Die Erzählung wird durch einen Prolog eingeleitet, in dem der in Russland geborene Autor berichtet, auf welch ... [weiterlesen]

 

11. Januar 2020

Tom Zürcher

Mobbing Dick

3* lesenswert

Satire über Schweizer Bankster

Mit «Mobbing Dick» hat der Schweizer Schriftsteller und Werbetexter Tom Zürcher seinen vierten Roman veröffentlicht, der 2019 auf die Longlist für den deutschen Buchpreis gewählt wurde, also unter die letzten 20 von 203 eingereichten Romanen. In den Printmedien wurde das Buch jedoch ignoriert, von den namhaften Feuilletons erschienen keine Rezensionen, und auch die ... [weiterlesen]

 

10. Januar 2020

Katerina Poladjan

Hier sind Löwen

1* miserabel

Hic sunt leones

In ihrem dritten Roman «Hier sind Löwen» beschreibt Katerina Poladjan, in Moskau geborene Schriftstellerin mit armenischen Wurzeln, eine Spurensuche ihrer autobiografisch inspirierten Protagonistin. Die Autorin selbst hatte 2015 eine Reise in die Heimat ihrer Vorfahren unternommen, aus der das SWR2-Feature «Zwischen Aragaz und Ararat» entstanden ist. Der ins ... [weiterlesen]

 

8. Januar 2020

Richard Brautigan

Die Abtreibung

4* erfreulich

Eine kafkaeske Bibliothek

Der amerikanische Schriftsteller Richard Brautigan hat seinem Roman «Die Abtreibung» den Untertitel «Eine historische Romanze 1966» hinzugefügt und damit gleich auch das Erscheinungsjahr genannt. Nach seinem Freitod in Vergessenheit geraten, wurden seine ironischen, pessimistisch gefärbten Werke später auch in Deutschland wiederentdeckt und neu verlegt, so auch der ... [weiterlesen]

 

6. Januar 2020

Julia Franck

Die Mittagsfrau

3* lesenswert

Literarisches Tabuthema

Mit dem Roman «Die Mittagsfrau» hat die Schriftstellerin Julia Franck im Jahre 2007 ihren größten Erfolg erzielt, er wurde mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, bevölkerte die Bestsellerlisten und wurde in viele Sprachen übersetzt. Die Rezeption im Feuilleton und in der Leserschaft war jedoch auffallend widersprüchlich und wurde emotional sehr heftig ... [weiterlesen]

 

2. Januar 2020

Teresa Präauer

Johnny und Jean

1* miserabel

Phantasiekompetenz gefragt

In ihrem zweiten Roman «Johnny und Jean» thematisiert die österreichische Schriftstellerin und bildende Künstlerin Teresa Präauer auf satirische Art die zeitgenössische Kunstszene. Der Buchtitel erinnert an berühmte chaotische Paare wie ‹Jules und Jim›, nur dass hier die Dramatik fehlt, Johnny und Jean sind harmlose Kunststudenten auf dem Weg zum Ruhm. «Mach gute ... [weiterlesen]

 

 

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Letzte Bearbeitung am 31.03.2020