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   23. Juli 2021

Eleanor Catton

Die Gestirne

2* mäßig

 

Sterndeuter dürfen sich freuen

Der Roman «Die Gestirne» der neuseeländischen Schriftstellerin Eleanor Catton wurde 2013 mit dem britischen Booker Prize ausgezeichnet. Deutet bereits der Buchtitel auf die Astronomie hin, so outet sich die Autorin dann auch im Vorwort als astrologiegläubig, weshalb der Aufbau ihres Romans den zwölf Sternzeichen folgt als Ausdruck ihres Vertrauens «in den unendlichen und wissenden Einfluss ... [weiterlesen]

   18. Juli 2021

Richard Flanagan

Der schmale Pfad durchs Hinterland

4* erfreulich

 

Beklemmende Lektüre

Für den Roman «Der schmale Pfad durchs Hinterland» erhielt der tasmanischen Schriftsteller Richard Flanagan 2014 den britischen Booker Prize. Inhaltlich stützt sich die Geschichte auf Erlebnisse seines Vaters, der im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangener in einem japanischen Arbeitslager beim Bau der ‹Todeseisenbahn› quer durch den Dschungel von Thailand und Burma eingesetzt war ... [weiterlesen]

   12. Juli 2021

Benedict Wells

Hard Land

5* erstklassig

 

Bittersüßer Roman

In seinem fünften Roman «Hard Land» erzählt Benedict Wells eine Coming-of-Age-Geschichte, die er in einer fiktiven Kleinstadt in den USA angesiedelt hat. Sein 15jähriger Protagonist und Ich-Erzähler durchlebt dort im Jahre 1985 die schwierige Phase der Mannwerdung und muss sich als überängstlicher Außenseiter mühsam einen Platz unter seinen Mitschülern erkämpfen. Auch die erste Liebe erweist sich ... [weiterlesen]

   8. Juli 2021

Marlon James

Eine kurze Geschichte von sieben Morden

2* mäßig

 

Blutrünstiger Karibik-Thriller

Der jamaikanische Schriftsteller Marlon James hat mit «Eine kurze Geschichte von sieben Morden» einen Roman um den Mordanschlag von 1976 auf Bob Marley geschrieben, den bekanntesten Vertreter des Reggae auf der karibischen Insel. Für dieses bisher erfolgreichste Werk des Autors erhielt er den hoch angesehenen britischen Booker-Prize. Der dickleibige Roman wurde hierzulande jedoch ... [weiterlesen]

   5. Juli 2021

Jenny Offill

Wetter

4* erfreulich

 

Ebenso scharfsinnig wie amüsant

Der neue Roman der im eigenen Land hoch gelobten amerikanischen Schriftstellerin Jenny Offill an dem sie sieben Jahre lang geschrieben hat, deutet mit seinem Titel «Wetter» schon seine Thematik an. Denn Wetter ist die gegenwärtige Form des langfristigen Phänomens Klima, ein Reizthema also, hinter dem ein Schreckens-Szenario lauert. Analog dazu behandelt die Autorin in ihrem Buch die nicht weniger ... [weiterlesen]

   2. Juli 2021

Marcel Beyer

Kaltenburg

1* miserabel

 

Nur für Ornithologen

Der Büchner-Preisträger Marcel Beyer hat in seinem Roman «Kaltenburg» eine Romanfigur erschaffen, die entlang seinem realen Vorbild Konrad Lorenz das Leben eines fanatischen Ornithologen und Verhaltensforschers namens Ludwig Kaltenburg abbildet. Mit wenigen Figuren in Szene gesetzt, wird dessen Werdegang vor dem erzählerisch hier eher unbedeutenden, historischen Hintergrund von Nazi-Diktatur und ... [weiterlesen]

   27. Juni 2021

Paul Beatty

Der Verräter

4* erfreulich

 

Literarischer Gangsta-Rap

Der US-amerikanische Schriftsteller Paul Beatty hat für seinen Roman die Satire gewählt als probaten Stil, den nach wie vor latenten Rassismus in seinem Land anzuprangern. Der farbige Autor wurde dafür als erster Schriftsteller seiner Nation 1916 mit dem britischen Booker-Price ausgezeichnet. Dieser Roman «macht jedes soziale Tabu bedeutungslos», erklärte die Jury, er zeichne «ein schockierendes ... [weiterlesen]

   23. Juni 2021

George Saunders

Lincoln im Bardo

4* erfreulich

 

Nicht einfach zu lesen, aber lohnend

Der für seine Kurzgeschichten gerühmte US-amerikanische Schriftsteller George Saunders hat mit «Lincoln im Bardo» erstmals einen Roman vorgelegt. Der Debütroman des in Deutschland weitgehend unbekannten Autors wurde 2017 mit dem britischen Booker-Preis geehrt. Die Jury lobte ihn als «in Form und Stil äußerst originellen Roman, der eine geistreiche, intelligente und zutiefst ... [weiterlesen]

   20. Juni 2021

Anna Burns

Milchmann

1* miserabel

 

Surreale Parabel

Mit ihrem dritten Roman hat die irische Schriftstellerin Anna Burns 2018 den Durchbruch geschafft, das Buch erhielt den Booker Price. Die in Belfast geborene Autorin thematisiert darin den Nordirland-Konflikt in Form einer surrealen Parabel, in der eine junge Frau ihren Weg sucht in der schwierigen politisch-religiösen Gemenge-Lage. Während in Deutschland das Feuilleton den Roman überwiegend ... [weiterlesen]

   17. Juni 2021

Pascal Quignard

Die wandernden Schatten

5* erstklassig

 

Unentschuldbare Ignoranz

Der in Frankreich hoch angesehene Schriftsteller Pascal Quignard hat für sein 2002 erschienenes Werk «Les Ombres errantes» den Prix Goncourt erhalten. Eine deutsche Übersetzung erschien erst 13 Jahre später unter dem Titel «Die wandernden Schatten». Als Verfasser eines umfangreichen, bedeutenden und in diverse Sprachen übersetzten, vielschichtigen Werkes aus Romanen, Erzählungen und ... [weiterlesen]

   15. Juni 2021

Christian Kracht

Eurotrash

2* mäßig

 

Kracht lässt es wieder krachen

Mit seinem neuen Roman «Eurotrash» hat Christian Kracht eine Fortsetzung seines Debüts «‹Faserland» von 1995 vorgelegt. Darin setzt sich der umstrittene Schweizer Schriftsteller als Ich-Erzähler autofiktional mit der eigenen Familien-Geschichte auseinander. Als Plot dient ihm ein Besuch bei seiner hochbetagten, zeitweise dementen und alkoholkranken Mutter in Zürich, dem sich dann eine gemeinsam unternommene ... [weiterlesen]

   12. Juni 2021

Margaret Atwood

Die Zeuginnen

3* lesenswert

 

Misogyne Theokratie

Es passiert nicht oft, dass ein Fortsetzungs-Roman erst 34 Jahre nach dem ersten Band erscheint, die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood hat nun nach dieser langen Zeitspanne mit «Die Zeuginnen» einen an ‹Der Report der Magd› anschließenden Roman veröffentlicht. Mancher heutige Leser war damals noch gar nicht auf der Welt, andere hatten wahrscheinlich auch Wichtigeres ... [weiterlesen]

   9. Juni 2021

Laurent Gaudé

Die Sonne der Scorta

5* erstklassig

 

High Noon

Für seinen dritten Roman «Die Sonne der Scorta» erhielt Laurent Gaudé 2004 den Prix Goncour. In dem wie ein Prolog vorangestellten Gedicht von Cesare Pavese klingen bereits die Themen Schweigen, Einsamkeit, Wahnsinn und Sonne an, die diesen fünf Generationen umfassenden Roman über eine italienische Familie ebenfalls prägen. Und auch hier steht das Motiv der Heimat als ... [weiterlesen]

   3. Juni 2021

Markus Orths

Picknick im Dunkeln

3* lesenswert

 

Ein disparater Stoff

Nicht erst seit Kehlmanns Geschichte über Humboldt und Gauß ist das fiktive Zusammentreffen zweier grundverschiedener historischer Gestalten ein literarisch reizvolles Genre geworden, und so lässt auch Markus Orths in seinem neuen Roman «Picknick im Dunkeln» Stan Laurel und Thomas von Aquin aufeinander treffen. Und dass, obwohl zwischen dem Tod des Filmkomikers und dem des Heiligen mehr als ... [weiterlesen]

   2. Juni 2021

Julian Barnes

Der Mann im roten Rock

2* mäßig

 

Literarischer Bastard

Das neueste Werk des englischen Schriftstellers Julian Barnes mit dem Titel «Der Mann im roten Rock» gehört zu den essayistischen seines umfangreichen Œuvres. Der Titel bezieht sich auf den französischen Arzt Samuel Pozzi, den er in einer Londoner Galerie auf einem Gemälde entdeckt hatte, das nun das Titelbild ziert. Das Leben dieses Mode-Arztes und Salonlöwen dient ihm allerdings nur lose als roter ... [weiterlesen]

   29. Mai 2021

Jean-Jacques Schuhl

Ingrid Caven

4* erfreulich

 

Ein Lächeln

Als ‹Callas des europäischen Kabaretts wurde Ingrid Fassbinder bezeichnet, die unter dem Künstlernamen «Ingrid Caven» als Schauspielerin und Sängerin in dem Roman gleichen Namens von Jean-Jacques Schuhl im Mittelpunkt steht. Der bis dato kaum bekannte, französische Schriftsteller, der vierundzwanzig Jahre lang kein Buch mehr veröffentlicht hatte, landete mit dem Roman über die Frau, mit der ... [weiterlesen]

   27. Mai 2021

Helga Schubert

Vom Aufstehen

2* mäßig

 

Im Osten nichts Neues

Mit ihrem Buch «Vom Aufstehen» blättert Helga Schubert in 29 Erzählungen ihre ereignisreiche Lebensgeschichte auf. Mit der titelgebenden, hier als letzte abgedruckten Geschichte gewann sie 2020 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Das  war für die ziemlich in Vergessenheit geratene Schriftstellerin eine späte Wiederentdeckung. Dieser Band sei eine Hommage an ihre berühmte Kollegin, deren ... [weiterlesen]

   25. Mai 2021

Olga Flor

Kollateralschaden

2* mäßig

 

Am Puls der Zeit

Die österreichische Schriftstellerin Olga Flor hat in ihrem dritten Roman mit dem deskriptiven Titel «Kollateralschaden», dem Unwort des Jahres 1999, eine sozialkritische Abrechnung mit den Wirkungen und Nebenwirkungen der urbanen Konsum-Gesellschaft vorgenommen. Ort des Geschehens ist ein Supermarkt, der hier als Allegorie auf das heutige Leben dient. Das Cover des Buches deutet auf die ... [weiterlesen]

   21. Mai 2021

François Weyergans

Drei Tage bei meiner Mutter

3* lesenswert

 

Intelligente Unterhaltung

Der in französischer Sprache schreibende belgische Schriftsteller François Weyergans hat für seinen letzten Roman «Drei Tage bei meiner Mutter» 2005 den Prix Goncourt erhalten. Er hat sich selbst mal als Cineasten bezeichnet, der keine Filme dreht. «Ich ziehe den Roman als Ausdrucksmittel vor. Er ist genauer, subtiler und reichhaltiger als ein Film». Kennzeichnend für seinen Stil ist die ... [weiterlesen]

   19. Mai 2021

Judith Hermann

Daheim

1* miserabel

 

Artifizielle Unbehaustheit

Sieben Jahre nach dem Erstling ist kürzlich unter dem Titel «Daheim» der zweite Roman von Judith Hermann erschienen. Die für ihre Kurzgeschichten hoch gelobte Schriftstellerin erzählt hier von einer Frau, die alles hinter sich lassend von der Stadt in die Einsamkeit Nordfrieslands zieht. Auf die Interview-Frage, was ‹Daheim› denn eigentlich sei, hat die Autorin geantwortet: «Ein utopistischer ... [weiterlesen]

   17. Mai 2021

Franz Kafka

Der Prozess

5* erstklassig

 

Jahrhundertwerk

Aus dem «nächtlichen Gekritzel» von Franz Kafka sind drei unvollendete Romane hervorgegangen, einer davon ist «Der Prozess». Anfang 1915 hatte er notiert «Ich kann nicht mehr weiter schreiben» und die Arbeit resigniert abgebrochen. Nach dem frühen Tod des Autors hat der von ihm eingesetzte Nachlaßverwalter, sein Freund Max Brod, 1925 das unvollendete Manuskript  posthum veröffentlicht ... [weiterlesen]

   13. Mai 2021

Jonathan Littell

Die Wohlgesinnten

3* lesenswert

 

Hochkomplexer Holocaust-Roman

Was der amerikanischen Schriftsteller Jonathan Littell mit seinem auf französisch geschriebenen Roman «Die Wohlgesinnten» geschaffen hat ist eine literarische Provokation. Über den Holocaust aus Täterperspektive zu schreiben wurde als unverzeihlicher Tabubruch gescholten, den sich wohl auch nur ein nicht-deutscher Autor leisten könne. So einmalig ist dieser Tabubruch allerdings nicht, in «Der Nazi und der ... [weiterlesen]

   12. Mai 2021

Gilles Leroy

Alabama Song

4* erfreulich

 

Adieu Zelda, es war mir eine Ehre

Mit dem Prix Goncourt für seinen Roman «Alabama Song» ist dem französischen Schriftsteller Gilles Leroy 2007 der Durchbruch gelungen. Der mit nur zehn Euro dotierte Preis ist quasi ein literarischer Ritterschlag, er bedeutet regelmäßig einen anhaltenden, lukrativen Bestsellerstatus in Frankreich. Die deutsche Ausgabe erschien ein Jahr später als erst drittes Buch aus seinem umfangreichen Œuvre, das in ... [weiterlesen]

   10. Mai 2021

Hans Pleschinski

Am Götterbaum

2* mäßig

 

Blitzlicht auf einen vergessenen Poeten

In seinem neuesten Roman «Am Götterbaum» widmet sich Hans Pleschinski zum dritten Mal einem deutschen Nobelpreisträger für Literatur. Nach Thomas Mann in «Königsallee» und Gerhart Hauptmann in «Wiesenstein» wird hier Paul Heyse in den Blick genommen. Der literarisch der Postmoderne zugerechnete Autor erzählt mit Lust am Fabulieren von der Initiative dreier engagierter Damen ... [weiterlesen]

   7. Mai 2021

Michael Maar

Die Schlange im Wolfspelz

4* erfreulich

 

Von den Ursachen getrübter Lesefreude

Die Reihe nützlicher Sachbücher zum Thema Literatur ist von Michael Maar mit «Die Schlange im Wolfspelz», einem bei Eva Menasse entlehnten Titel, jüngst um ein populäres Werk ergänzt worden. Der Untertitel «Das Geheimnis großer Literatur» weist auf das durchaus ambitiöse Vorhaben hin, Licht ins Dunkel der Buchstabenkunst zu bringen. Wobei der Autor sich als Germanist, wen wundert’s, auf die ... [weiterlesen]

    4. Mai 2021

Norbert Gstrein

Der zweite Jakob

3* lesenswert

 

Zum Nutzen des eigenen Schadens

Der österreichische Schriftsteller Norbert Gstrein, der in wenigen Tagen sechzig Jahre alt wird, hat sich mit seinem soeben erschienenen Roman «Der zweite Jakob» quasi selbst ein Geburtstags-Geschenk gemacht. Und so beginnt das Buch denn auch mit den Worten «Natürlich will niemand sechzig werden», die das Lebensgeständnis eines alternden Schauspielers einleiten. Man könnte einen ... [weiterlesen]

   28. April 2021

Patrick Modiano

Unsichtbare Tinte

4* erfreulich

 

Vexierspiel der Erinnerung

Der französische Nobelpreisträger Patrick Modiano hat mit seinem neuesten Roman «Unsichtbare Tinte» wieder ein Werk vorgelegt, in dem das Erinnern thematisiert wird. Die Jury in Stockholm hatte ihm 2014 den Preis «Für die Kunst des Erinnerns» verliehen. Der Buchtitel spielt darauf an, dass manche versteckte Botschaft erst durch äußere Einflüsse wieder entschlüsselt und damit ins Bewusstsein zurückgerufen werden ... [weiterlesen]

   27. April 2021

Ernst-Wilhelm Händler

Welt aus Glas

1* miserabel

 

Literarische Bußübung

Ernst-Wilhelm Händler spürt in seinem Roman «Welt aus Glas» den großen Themen der Menschheit nach, wobei ihm die Glaskunst als Vehikel dient für seine Geschichte. Was in Hesses «Glasperlenspiel» als Überwindung einer lebensfeindlichen Bildungselite angelegt ist, das wird hier als Kapitalismuskritik mittels einer dekorativen Kunstgattung thematisiert. Mit seiner Detailfülle dürfte der dickleibige Roman besonders für ... [weiterlesen]

   24. April 2021

Martin Kluger

Der Vogel, der spazieren ging

4* erfreulich

 

Leichtfüßig mit Tiefsinn

In seinem satirischen Roman «Der Vogel, der spazieren ging» erzählt Martin Kluger mit viel Witz eine jüdische Familiengeschichte, deren überbordende Lebensfülle von einer verborgener Tragik überschattet ist, welche aber nur sehr vage angedeutet wird. Man merkt dem Plot an, dass sein Verfasser auch Erfahrungen als Drehbuch-Autor hat, viele Szenen sind geradezu filmreif. Wobei hier der ... [weiterlesen]

 

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Letzte Bearbeitung am 23.07.2021